Endfassung 03.09.2010

Prüfungsordnung

des Verbandes  für das deutsche Hundewesen (VDH)

 

Gültig ab 1. Januar 2011

VVDDHH   Prüfungsordnungen  2011

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Präambel

Seit mehr als zwölftausend Jahren ist der Hund Gefährte des Menschen. Durch die

Domestikation ist der Hund eine enge Sozialgemeinschaft mit dem Menschen eingegangen

und in wesentlichen Bereichen auf ihn angewiesen. Damit ist dem Menschen aber auch eine

besondere Verantwortung für das Wohlbefinden des Hundes erwachsen.

Gerade bei der Ausbildung des Hundes gebührt der physischen wie psychischen Gesundheit

oberste Priorität. Als oberstes Prinzip gilt daher ein tiergerechter, artgemäßer und

gewaltfreier Umgang mit dem Hund. Selbstverständlich sind die ausreichende Versorgung des

Hundes mit Nahrung und Wasser, sowie die Fürsorge für seine Gesundheit, die unter anderem

regelmäßige Impfung und ärztliche Untersuchungen einschließt. Darüber hinaus besteht die

Verpflichtung, dem Hund regelmäßigen Kontakt mit Menschen und genügend Beschäftigung zur

Befriedigung seines Bewegungsbedürfnisses zu gewähren.

Im Laufe der Geschichte hatte der Hund die verschiedensten Aufgaben als Helfer des

Menschen zu leisten. In der modernen Welt sind ein großer Teil dieser Aufgaben durch die

Technik übernommen worden. Daher hat heute der Hundebesitzer die Pflicht, dem Hund

entsprechend dessen Veranlagung als Ersatz für verloren gegangene Aufgaben ausreichend

Bewegung und Betätigung in Verbindung mit intensivem Kontakt zum Menschen zu

ermöglichen. Auch unter diesen Gesichtspunkten sind die Begleithundeprüfung, die

Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde, die Fährtenhundprüfung und die Stöberprüfung

einzuordnen. Der Hund sollte seinen Anlagen und seinem Leistungsvermögen entsprechend

beschäftigt werden. Hierzu gehört neben ausreichendem Auslauf auch die intensive Beschäftigung

mit Tätigkeiten, die die Lernfähigkeit, den Bewegungsdrang sowie die übrigen Anlagen des Hundes

berücksichtigen. Die verschiedenen Formen des Hundesportes sind hierfür hervorragend geeignet.

Nicht ausreichend beschäftigte Hunde können auffällig werden und führen zu Beanstandungen in

der Öffentlichkeit.

Der Mensch, der seinen Hund ausbildet oder gemeinsam mit dem Hund Sport betreibt, hat

sich und den ihm anvertrauten Hund einer sorgfältigen Ausbildung zu unterziehen, deren Ziel

die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Hund ist. Das Ziel aller Ausbildungen ist

das Vermitteln von Lerninhalten, die für den jeweiligen Hund machbar sind. Die harmonische

Übereinstimmung zwischen dem Menschen und seinem Hund, unabhängig davon, wo dieser im

Hundesport eingesetzt wird, ist allen Tätigkeiten zugrunde zu legen. Zur Harmonie kann man nur

gelangen, wenn man sich weitestgehend in den Hund und seine Anlagen hineinversetzt.

Es besteht die ethische Verpflichtung des Menschen, den Hund zu erziehen und ausreichend

auszubilden. Die dabei verwendeten Methoden müssen die gesicherten Erkenntnisse der

Verhaltenswissenschaften, insbesondere der Kynologie, berücksichtigen. Zur Erreichung des

Erziehungs-, Ausbildungs- oder Trainingseffekts ist stets die gewaltfreie und für den Hund positive

Methode einzusetzen. Nicht artgerechte Ausbildungs-, Erziehungs- und Trainingsmittel sind

abzulehnen (siehe Tierschutzgesetz).

Der Einsatz des Hundes im Sport muss sich an seiner Veranlagung, seinem

Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des

Leistungsvermögens durch medikamentöse oder nicht tiergerechte Einwirkung durch den

Menschen ist abzulehnen. Der Mensch muss sorgfältig die Veranlagungen seines Hundes

erkunden. Von einem Hund Leistungen zu verlangen, die dieser nicht erbringen kann,

widerspricht jedem ethischen Bewusstsein. Der sich seiner Verantwortung bewusste

Hundefreund wird nur mit gesunden und leistungsfähigen Hunden an Prüfungen,

Wettkämpfen und am Training teilnehmen.

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Allgemeiner Teil

1. Allgemeine Kurzbezeichnungen

AKZ = Ausbildungskennzeichen

VDH-MV = VDH-Mitgliedsvereine/-verbände

FL = Fährtenleger/Fährtenlegerin

HF = Hundeführer/Hundeführerin

HL = Helfer/Helferin

HZ = Hörzeichen

LR = Leistungsrichter/Leistungsrichterin

PL = Prüfungsleiter/Prüfungsleiterin

PO = Prüfungsordnung

VDH = Verband für das Deutsche Hundewesen

VPG = Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde

Hinweis :

Soweit im Folgenden aus Vereinfachungsgründen die männliche Form der Kurzbezeichnungen

verwandt wird, ist selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint.

2. Gültigkeit

Diese Prüfungsordnung wurde vom Fachausschuss für das Gebrauchshundwesen ausgearbeitet und

vom VDH-Vorstand am ............ genehmigt und beschlossen. Sie tritt am 01.Januar 2011 in Kraft

und ersetzt alle bisherigen Bestimmungen.

Die Prüfungsordnung gilt für alle Mitgliedsvereine/-verbände des VDH. Alle Prüfungsveranstaltungen

(Prüfungen und Turniere) innerhalb des Wirkungsbereiches des VDH unterliegen den

folgenden Regelungen.

Mit Inkrafttreten dieser Prüfungsordnung verlieren alle bisherigen Bestimmungen ihre Gültigkeit.

3. Allgemeines

Prüfungsveranstaltungen und Wettbewerbe sollen zwei Zielen dienen. Durch das Ablegen einer

Prüfung sollen einerseits die einzelnen Hunde für ihren jeweiligen Verwendungszweck als geeignet

herausgestellt werden, andererseits sollen die Prüfungen in der Leistungszucht dazu beitragen, die

Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Hunde im Sinne der Gebrauchstüchtigkeit von Generation zu

Generation zu erhalten bzw. zu steigern. Sie dienen ferner zur Förderung und Erhaltung der

Gesundheit und Fitness.

Alle Prüfungsveranstaltungen und Wettbewerbe unterliegen in Bezug auf Durchführung und

Verhalten der Beteiligten sportlichen Grundsätze. Die Vorschriften der Prüfungsordnung sind für

alle Beteiligten bindend. Alle Teilnehmer haben die gleichen Leistungsanforderungen zu erfüllen.

Die Leistungsveranstaltungen haben Öffentlichkeitscharakter, Ort und Beginn sind den Mitgliedern

öffentlich bekannt zu geben.

Prüfungsveranstaltungen und Wettbewerbe müssen den kompletten Prüfungsstufen oder einzelnen

kompletten Abteilungen der jeweiligen Prüfungsstufen entsprechen. Eine im Rahmen einer

Veranstaltung erfolgreich abgelegte komplette Prüfungsstufe gilt in jedem Fall als

Ausbildungskennzeichen. Die Ausbildungskennzeichen werden von allen VDH-MV anerkannt.

Für Veranstaltungen ohne Prüfungscharakter gelten ebenfalls die Bestimmungen der jeweils

gültigen Prüfungsordnung.

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4. Prüfungssaison

Prüfungsveranstaltungen können das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden, wenn die

Witterungsverhältnisse es zulassen und die Sicherheit und Gesundheit von Mensch und Tier nicht

gefährdet ist. Ansonsten muss von der Durchführung einer Prüfungsveranstaltung Abstand genommen

werden. Die Entscheidung darüber trifft der Leistungsrichter.

5. Prüfungstage

Für die von den VDH-MV festgelegten Großveranstaltungen können Sonderregelungen durch den

jeweiligen Verband bestimmt werden.

a) Samstag, Sonntag und Feiertag.

Prüfungstage sind im Regelfall das Wochenende sowie die gesetzlichen Feiertage.

BH/VT- Prüfungen können ebenfalls nur an „Prüfungstagen“ durchgeführt werden.

Es ist möglich, die BH/VT- und VPG 1/FH 1-Prüfung anlässlich einer 2 Tagesprüfung (Freitag-

Samstag, Samstag-Sonntag) bei einem oder zwei verschiedenen MV abzulegen. Eine Wartefrist

zwischen der BH/VT- und VPG 1/FH 1 besteht nicht.

Beispiel: Freitag BH, Samstag VPG 1 oder FH 1.

b) Freitagsprüfungen

Der Freitag darf nur in Verbindung mit Samstag geschützt werden.

Anmerkung: Der Freitag kann nur geschützt werden, wenn am Samstag mehr Hunde gemeldet

sind, als vorgeführt werden können. Der Beginn darf nicht vor 12.00 Uhr liegen. Die

Teilnehmerzahl im VPG/FH- Bereich ist auf die Hälfte begrenzt.

Bei reinen BH/VT- Prüfungen können bis zu 7 Hunde geprüft werden.

Eine am Freitag in Verbindung mit Samstag geschützte VPG/FH- Prüfung kann nur am Samstag

beendet werden.

Einzelne Hunde können jedoch die Prüfung auch am Freitag beenden.

Ausnahme: Haben Teilnehmer mit ihren Hunden die BH/VT- Prüfung abzulegen, so können sie

auch am Freitag starten, wenn am Samstag die VPG 1 oder FH 1 abgelegt werden soll und keine

„Überzahl“ vorliegt (Terminschutzregelungen der einzelnen AZG-MV beachten).

c) Feiertagsregelung

An Feiertagen kann analog obiger Ausführung verfahren werden.

Ausnahme: Feiertagsregelungen der jeweiligen Bundesländer bzw. Sonderbestimmungen der

VDH-MV sind zu beachten.

Halbe Tage, vor Feiertagen, die innerhalb der Woche fallen, können nicht geschützt werden.

6. Prüfungsorganisation/Prüfungsleiter

Für den organisatorischen Teil der Prüfungsveranstaltung ist der PL verantwortlich. Er erledigt und

überwacht alle erforderlichen Arbeiten zur Vorbereitung und Durchführung einer

Prüfungsveranstaltung. Er muss den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfungsveranstaltung

gewährleisten und dem amtierenden Richter für die Gesamtzeit der Prüfungsveranstaltung zur

Verfügung stehen.

Der PL darf demnach keinen Hund vorführen oder andere Funktionen übernehmen. Ihm obliegt u.a.:

Einholen sämtlicher

Veranstaltungsgenehmigungen.

Einholen des Terminschutzes.

Bereitstellung von PO entsprechendem

Fährtengelände für alle Prüfungsstufen.

Bereitstellung der erforderlichen POgerechten

Gerätschaften und sicherer

Helfer Schutzbekleidung.

Absprache mit den Eigentümern des Bereitstellung schriftlicher Unterlagen wie

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Fährtengeländes und den jeweiligen

Jagdausübungsberechtigten.

Richterblätter und Bewertungslisten für alle

Prüfungsstufen.

Bereitstellung von fachkundigem

Hilfspersonal wie z.B. Helfer im

Schutzdienst, Fährtenleger,

Personengruppe usw.

Bereithaltung der Leistungshefte,

Ahnentafeln, Impfnachweise und falls

erforderlich Nachweis einer

Haftpflichtversicherung.

Der PL muss mindestens drei Tage vor der Prüfungsveranstaltung dem Leistungsrichter Beginn,

Anfahrtsbeschreibung, Art der Prüfungen und Anzahl der zu prüfenden Hunde bekannt geben. Wird

dies versäumt, so hat der Leistungsrichter das Recht, von seiner Verpflichtung zurückzutreten.

Die Veranstaltungsgenehmigung ist vor Prüfungsbeginn dem Leistungsrichter vorzulegen.

7. Leistungsrichter

Zu den Prüfungsveranstaltungen sind von der veranstaltenden Vereinsleitung die Leistungsrichter nach

den Regelungen des jeweiligen VDH-Verbandes/Vereine selbst einzuladen, oder nach den Regelungen

der Verbände/Vereine zu bestimmen. Die Anzahl der einzuladenden Leistungsrichter ist dem

Veranstalter überlassen, jedoch dürfen von einem Leistungsrichter pro Tag maximal 36

Einzelabteilungen gerichtet werden.

BH/VT mit Sachkundeprüfung entspricht drei Abteilungen

BH/VT ohne Sachkundeprüfung entspricht zwei Abteilungen

IPO-V entspricht jeweils drei Abteilungen

IPO- ZTP entspricht jeweils drei Abteilungen

VPG-1, VPG-2, VPG-3 entspricht jeweils drei Abteilungen

VPG A1, VPG A2, VPG A3 entspricht jeweils zwei Abteilungen

FH 1, FH 2, IPO-FH entspricht drei Abteilungen pro Fährte

FPr Stufe 1 – 3 entspricht jeweils einer Abteilung

UPr Stufe 1 – 3 entspricht jeweils einer Abteilung

SPr Stufe 1 – 3 entspricht jeweils einer Abteilung

StPr Stufe 1 – 3 entspricht jeweils einer Abteilung

Für die von den VDH-MV festgelegten Großveranstaltungen können Sonderregelungen durch den

jeweiligen Verband bestimmt werden.

Der Leistungsrichter darf Hunde nicht richten, die in seinem Eigentum oder Besitz stehen oder deren

Halter er ist; Hunde, deren Eigentümer, Besitzer oder Halter mit ihm in häuslicher Gemeinschaft

leben; Hunde die von Personen vorgeführt werden, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben.

Veranstaltungen bei denen die Leistungsrichter durch die VDH-MV oder dem Fachausschuss für

Gebrauchshunde selber zugeteilt werden, sind von dieser Bestimmung ausgenommen.

Der Leistungsrichter darf durch sein Verhalten die Arbeit des Hundes weder stören noch

beeinflussen.

Der Leistungsrichter ist für die Einhaltung und korrekte Beachtung der Bestimmungen der geltenden

PO verantwortlich. Er ist berechtigt, bei Nichtbeachtung der PO und seiner Anweisungen, die Prüfung

abzubrechen. Der Leistungsrichter hat in diesen Fällen einen Bericht an die zuständige Stelle des ihn

berufenden Vereines/Verbandes zu geben.

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Der Leistungsrichter ist berechtigt, einen verletzten oder in seiner Leistung eingeschränkten Hund,

auch gegen die Einsicht des Hundeführers aus der Prüfung zu nehmen.

8. Prüfungsteilnehmer

Der Prüfungsteilnehmer muss den Meldeschluss der Prüfungsveranstaltung einhalten. Mit Abgabe

der Meldung verpflichtet sich der Teilnehmer, die Startgebühr zu bezahlen. Sollte ein Teilnehmer

aus irgendwelchen Gründen am Erscheinen verhindert sein, muss er dies unverzüglich dem PL

mitteilen. Der Teilnehmer muss die für den Veranstaltungsort geltenden Veterinär- und

Tierschutzbestimmungen einhalten.

Bei Prüfungsbeginn hat sich jeder Teilnehmer nach Aufruf in sportlicher Haltung mit angeleintem

bzw. frei bei Fuß sitzendem Hund unter Nennung seines Namens und des Namens des Hundes dem

amtierenden Leistungsrichter zu melden. Der Teilnehmer muss sich den Anweisungen des

Leistungsrichters und des PL fügen. Der Prüfungsteilnehmer muss seinen Hund in sportlich

einwandfreier Weise vorführen und hat ungeachtet des Ergebnisses in einer Abteilung, seinen Hund

in allen Abteilungen einer Prüfungsstufe vorzuführen. Das Ende der Prüfung ist mit der

Verlautbarung des Prüfungsergebnisses (Siegerehrung) und der Übergabe des Leistungsheftes

gegeben.

Wird vom Leistungsrichter in einer Abteilung eine Disqualifikation (betrifft nicht Abbruch) ausgesprochen,

ist eine weitere Vorführung in anderen Abteilungen ausgeschlossen.

Ein Hundeführer darf während einer termingeschützten Prüfung nicht mehr als zwei Hunde

vorführen und kann nur an einer Veranstaltung pro Tag teilnehmen.

Eine über mehrere Tage fristgeschützte Veranstaltung gilt als Ein-Tages-Veranstaltung.

9. Körperliche Behinderung

Körperlich behinderte Hundeführer, die ihren Hund wegen Behinderung nicht links führen können,

dürfen ihren Hund rechts bei Fuß führen. In diesem Falle gelten die in der vorliegenden

Prüfungsordnung aufgeführten Bestimmungen über das Führen des Hundes am linken Fuß analog

für die rechte Seite.

10. Schrittlänge

In der PO werden Längenmaße im Regelfall in Schritten bemessen. Dabei kann von einer

Schrittlänge von sechzig bis siebzig Zentimetern ausgegangen werden.

11. Hörzeichen

Die in der Prüfungsordnung verankerten Hörzeichen sind im Regelfall normal gesprochene, kurze,

aus einem Wort bestehende Befehle. Sie können in jeder Sprache erfolgen, müssen jedoch immer

gleich sein (gilt für alle Abteilungen).

12. Maulkorbzwang

Die in den einzelnen Ländern bzw. auf Bundesebene ergangenen Verordnungen zum Führen der

Hunde in der Öffentlichkeit sind zu beachten. Hundeführer, die mit ihren Hunden an entsprechende

Regelungen gebunden sind, dürfen diese z. B. im Verkehrsteil der BH/VT- Prüfung auch mit

Maulkorb vorführen.

13. Halsbandpflicht/Mitführen der Leine

Aus versicherungsrechtlichen Gründen hat der Hundeführer während des gesamten

Prüfungsablaufes eine Führleine mitzuführen, dies schließt ein, dass der Hund auch ständig ein

Halsband zu tragen hat. Der Leistungsrichter sollte daher sein Augenmerk in allen Abteilungen

insbesondere auch auf die Halsbandpflicht (handelsübliches Gliederhalsband) richten. Dieses

Kettenhalsband darf nicht mit Stacheln, Krallen oder anderen Haken versehen sein. Es muss locker

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umgelegt sein. So genannte „Zeckenhalsbänder“ sind vorher abzunehmen. Für die Vorführung In

der BH/VT- Prüfung sind Sonderreglungen zugelassen.

Die Beschaffenheit des Kettenhalsbandes, insbesondere hinsichtlich des Gewichtes, sollte von der

handelsüblichen Ausführung nicht abweichen. Bei aufkommendem Verdacht der Manipulation kann

der Leistungsrichter einen Halsbandwechsel fordern. Dieses hat jedoch vor dem Beginn der

jeweiligen Abteilung zu erfolgen. Bei Verdacht einer Betrugsabsicht (verdeckte Stacheln o. ä.) muss

der Leistungsrichter den Teilnehmer von der weiteren Prüfung ausschließen. In solchen Fällen ist

ein entsprechender Bericht zu fertigen und der zuständigen Stelle des jeweiligen VDH-MV zur

weiteren Veranlassung zu übersenden.

Eintragung: „Disqualifikation wegen Unsportlichkeit“

Bei der Fährtenarbeit darf zusätzlich zum erforderlichen Kettenhalsband ein Suchgeschirr oder eine

Kenndecke angelegt werden.

Der Hundeführer hat bei allen Prüfungsstufen in allen Abteilungen (z.B. Freifolge, Schutzdienst) die

Führleine mitzuführen. Sie ist umgehängt (Schloss auf der dem Hund abgewandten Seite) oder nicht

sichtbar mitzuführen.

14. Zulassungsbestimmungen

Am Tag der Prüfungsveranstaltung muss der Hund das vorgeschriebene Alter vollendet haben. Es

dürfen keine Ausnahmen gemacht werden.

Voraussetzung zum Start nach den Regeln der nationalen VDH-Prüfungsordnung ist eine erfolgreich

abgelegte VDH-Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest

Der HF hat im Vorfeld einer BH/VT- Prüfung insbesondere die erforderliche Sachkunde

nachzuweisen. Ggfs. ist vor Beginn der Unterordnungsleistungen noch eine theoretische

Sachkundeprüfung durchzuführen.

Die erforderliche Sachkunde kann u. a. nachgewiesen werden durch:

VDH-Sachkundenachweis; VDH-Hundeführerschein; Bescheinigung einer Diensthunde haltenden

Behörde; Bescheinigung durch amtliche Stellen (z. B. Amtstierarzt); LR- Ausweis; bereits

bestandene BH-Prüfung.

Der Hund muss am Veranstaltungstag das folgende Alter vollendet haben:

BH/VT 15 Monate VPG-1 18 Monate

IPO-VO 15 Monate VPG-2 19 Monate

IPO-ZTP 18 Monate VPG-3 20 Monate

FPr 1 – 3 15 Monate FH-1 18 Monate

UPr 1 - 3 15 Monate FH-2 18 Monate

SPr 1 – 3 18 Monate IPO-FH 20 Monate

VPG - A1 18 Monate StPr 1 – 3 15 Monate

VPG - A2 19 Monate

VPG - A3 20 Monate

Bei Prüfungsveranstaltungen dürfen alle Hunde ohne Rücksicht auf Größe, Rasse oder

Abstammungsnachweis teilnehmen.

Der Hund muss in der Lage sein, die Anforderungen der VPG zu erfüllen.

Ein Hund darf an einem Tag nur zu einer Prüfung geführt werden.

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Die Mindestteilnehmerzahl wird auf vier Hundeführer festgelegt. Eine Einzelabnahme ist nicht

zulässig.

Jede Prüfungsstufe kann beliebig oft wiederholt werden. Mit Ausnahme der Fährtenprüfung (FPr),

Unterordnungsprüfung (UPr) und Schutzdienstprüfung (SPr) sind in allen Prüfungsarten die

Prüfungsstufen der Reihe nach (Stufe 1 – 2 – 3) abzulegen. Zur nächst höheren Prüfungsstufe darf

der Hund erst nach bestandener niedrigerer Prüfungsstufe vorgeführt werden. Der Hund muss

immer in der höchsten erreichten Prüfungsstufe geführt werden, ausgenommen wenn keine Reihung

oder Qualifikation („Wiederholer“) mit der Prüfung verbunden ist.

Hitzige Hündinnen sind zu allen Prüfungsveranstaltungen zugelassen, müssen jedoch gesondert von

den übrigen Prüfungsteilnehmern gehalten werden, d.h. in der Startfolge in den Abteilungen „B“ und

„C“ müssen sie dann an das Ende gesetzt werden. Sie werden in der Abteilung A nach Zeitplan, in

den übrigen Abteilungen als letzte Teilnehmer am Schluss der Veranstaltung geprüft.

Von der Teilnahme ausgeschlossen sind also:

- trächtige und säugende Hündinnen ( ab Decktag bis 12 Wochen nach Wurftag),

- kranke und ansteckungsverdächtige Tiere.

Auch kupierte Hunde dürfen an Leistungsveranstaltungen der VDH- MV teilnehmen. Dies gilt bis

ein eindeutiges Verbot ausgesprochen und veröffentlicht ist.

15. Abbruch wegen Krankheit/Verletzung

Hat der Hund sich während der Prüfung verletzt und/oder ist in seinem Leistungsvermögen

eingeschränkt, hat der Leistungsrichter das Recht, auch gegen die Einsicht des Hundeführers, die

Prüfung für diesen Hund zu beenden.

Werden bei Prüfungen Hunde krank gemeldet, ist wie folgt zu verfahren:

Meldet der Hundeführer seinen Hund nach einer bereits abgelegten Disziplin krank, so hat er einen

Tierarzt aufzusuchen und dies attestieren zu lassen. Eintrag in die Prüfungsunterlagen: „Abbruch

durch Krankheit“ Weigert sich der Hundeführer, den Hund dem Tierarzt vorzustellen so erhält er

den Eintrag: z.B.: „Mangelhaft wegen Abbruch“. Ein Nachreichen des Attestes ist möglich. Legt

der Hundeführer in diesem Fall das Attest nicht innerhalb von 4 Tagen vor, so wird in die/das vom

Leistungsrichter mitgenommene LU/BB-Heft ebenfalls der Eintrag z.B. „Mangelhaft wegen

Abbruch“ eingetragen. Die LU bzw. das BB-Heft wird dem Hundeführer zurückgesandt.

Verweigert der Hundeführer dem Leistungsrichter die Mitnahme der LU/des BB-Heftes, so wird der

Eintrag z. B. „Mangelhaft durch Abbruch“ sofort eingetragen. Bei der Mitnahme der Unterlagen

hat der Hundeführer die Kosten des Rückversandes zu übernehmen.

Anmerkung: Es bleibt dabei unberührt, dass der Leistungsrichter von sich aus abbrechen kann,

wenn er feststellt, dass der Hund nach seinem Ermessen erkrankt oder verletzt ist. Gleiches muss

auch zutreffen, wenn Hunde vorgeführt werden, die wegen ihres Alters offensichtlich aus

tierschützerischen Gesichtspunkten nicht mehr vorgeführt werden dürfen. Eintrag z. B. „Abbruch

wegen Verletzung“ Bricht ein Hundeführer die Prüfung ohne Genehmigung des Leistungsrichters

ab, so ist der zuständigen Stelle des VDH-MV Mitteilung zu geben.

16. Siegerehrung, Vergabe von Ehrenpreisen

Siegerehrungen sind getrennt nach den verschiedenen Prüfungsarten durchzuführen:

VPG 1 – 3, FH 1, FH 2, StPr 1 – 3, BH/VT- Prüfungen, VPGA 1 - 3, FPr 1 – 3, UPr 1 – 3, SPr 1 –

3. Auf Wunsch des Veranstalters kann bei BH/VT- Prüfungen eine Reihung vorgenommen werden,

eine Punktbekanntgabe erfolgt nicht.

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Bei gleicher Gesamtpunktzahl in der VPG- Stufe 1 – 3 entscheidet das Ergebnis in der Abteilung

„C“. Ist auch hier Punktgleichheit vorhanden, entscheidet die Punktzahl aus der Abteilung „B“. Bei

Punktgleichheit in allen drei Abteilungen werden gleiche Platzierungen (unabhängig von der

Prüfungsstufe) vergeben. Wiederholer werden in der Wertung nicht berücksichtigt und in der

Platzierung hinten angestellt. Grundsätzlich nehmen alle Prüfungsteilnehmer an der Siegerehrung

teil. Das Ende der Prüfung ist erst mit der Siegerehrung und der Überreichung der

Prüfungsunterlagen gegeben.

17. Bewertung

Die Bewertung der gezeigten Leistungen erfolgt nach Noten (Qualifikation) und Punkten. Die Note

(Qualifikation) und die dazugehörenden Punkte müssen der Ausführung der Übung entsprechen.

18. Punktetabelle

Höchstpunktzahl vorzüglich sehr gut gut befriedigend mangelhaft

5,0 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 - 0

10,0 10,0 9,5 - 9,0 8,5 - 8,0 7,5 - 7,0 6,5 - 0

15,0 15,0 - 14,5 14,0 - 13,5 13,0 - 12,0 11,5 - 10,5 10,0 - 0

20,0 20,0 - 19,5 19,0 - 18,0 17,5 - 16,0 15,5 - 14,0 13,5 - 0

30,0 30,0 - 29,0 28,5 - 27,0 26,5 -24,0 23,5 - 21,0 20,5 - 0

35,0 35,0 – 33,0 32,5 – 31,5 31,0 - 28,0 27,5 - 24,5 24,0 - 0

70,0 70,0 - 66,5 66,0 - 63,0 62,5 - 56,0 55,5 - 49,0 48,5 - 0

80,0 80,0 - 76,0 75,5 -72,0 71,5 - 64,0 63,5 - 56,0 55,5 - 0

100,0 100,0 - 96,0 95,5 - 90,0 89,5 - 80,0 79,5 - 70,0 69,5 - 0

19. Prozentrechnung

Bewertung Vergabe Entwertung

Vorzüglich = mindestens 96 % oder bis minus 4 %

Sehr Gut = 95 bis 90 % oder minus 5 bis 10 %

Gut = 89 bis 80 % oder minus 11 bis 20 %

Befriedigend = 79 bis 70 % oder minus 21 bis 30 %

Mangelhaft = unter 70 % oder minus 31 bis 100 %

Bei der Gesamtbewertung einer Abteilung sollen nur ganze Punkte vergeben werden. Bei den

einzelnen Übungen kann dagegen mit Teilpunkten gewertet werden. Sollte sich beim Endergebnis

einer Abteilung rechnerisch keine volle Punktezahl ergeben, so wird diese, je nach Gesamteindruck

der Abteilung, auf- oder abgerundet.

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20. Hilfen

Zu berücksichtigen sind die in der PO vorgegebenen Pflichtentwertungen.

Werden seitens des Hundeführers dem Hund Hilfen gegeben, sind diese zu unterscheiden und zu

entwerten.

21. Disqualifikation

Stellt der Leistungsrichter Wesensmängel des Hundes, unsportliches Verhalten des Hundeführers (z.

B. Alkoholgenuss, Mitführen von Motiviergegenständen und/oder Futter), Verstöße gegen die PO,

Verstöße gegen die Bestimmungen des Tierschutzes oder Verstöße gegen die guten Sitten fest, ist

das Team für den weiteren Prüfungsverlauf zu disqualifizieren.

Bei Disqualifikationen werden alle bis dahin vergebenen Punkte (auch die Punkte der

anderen Abteilungen) aberkannt. In den Leistungsunterlagen sind weder Noten

(Qualifikationen) noch Punkte einzutragen.

Steht der Hund nicht in der Hand des Hundeführers (z.B. Seiten-/Rückentransport; der Hund verlässt

während der Prüfung den Hundeführer oder den Vorführplatz und kommt auf dreimaliges Rufen nicht

zurück, der Hund lässt nicht ab; der Hund fasst den Helfer absichtlich an anderen Stellen als am

Schutzarm) ist das Team ebenfalls für den weiteren Prüfungsverlauf zu disqualifizieren.

Bei einer vom LR ausgesprochenen Disqualifikation ist ein weiteres Vorführen in anderen

Abteilungen nicht zugelassen.

Verhalten für Disqualifikationen

- Unsportliches Verhalten des Hundeführers,

z. B.

-Mitführen von Motivationsgegenständen und/

oder Futter

- Verstoß gegen die PO, Tierschutz oder guten

Sitten

- Betrugsabsicht mit dem Halsband

(z. B. verdeckte Stacheln, Gummiband usw.)

dies gilt auf dem gesamten Wettkampfgelände

Nichtbestehen der Unbefangenheitsprobe

-Hund verlässt während der Vorführung den Hundeführer oder Vorführplatz und kommt

auf 3-maliges Hörzeichen nicht zurück

-steht beim Seitentransport nicht in der Hand des HF

-Hund fasst den Helfer absichtlich an anderen Stellen als dem Schutzarm

22. Auswertung

Eine Prüfung gilt als „bestanden“, wenn der Hund in jeder Abteilung einer Prüfungsstufe mindestens

70 % der möglichen Punkte erreicht hat.

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Höchstpunktzahl Vorzüglich Sehr Gut Gut Befriedigend Mangelhaft

100 Punkte 100 – 96 95 – 90 89 – 80 79 – 70 69 – 0

300 Punkte 300 – 286 285 – 270 269 – 240 239 – 210 209 – 0

200 Punkte (VPG A) 200 - 192 191 – 180 179 – 160 159 – 140 139 – 0

23. Leistungsheft

Das Leistungsheft ist für jeden teilnehmenden Hund erforderlich. Die Ausstellung des Leistungsheftes

erfolgt nach den Vorschriften der für den Hundeführer zuständigen Organisation. Es muss

sichergestellt sein, dass für den jeweiligen Hund je VDH-MV nur ein Leistungsheft ausgestellt wird.

Die Verantwortung hierfür übernimmt der ausstellende Verein/Verband. Das Prüfungsergebnis ist in

jedem Fall in das Leistungsheft einzutragen, vom Leistungsrichter und, sofern vorgesehen, ebenfalls

vom PL zu kontrollieren und zu unterschreiben.

24. Haftpflicht

Der Eigentümer eines Hundes hat für alle Personen- und Sachschäden aufzukommen, die durch seinen

Hund verursacht werden. Er muss daher als Hundehalter gegen die Folgen versichert sein. Für etwaige

Unfälle während der gesamten Prüfungsveranstaltung haftet der Hundeführer für sich und seinen

Hund. Die vom Leistungsrichter bzw. vom Veranstalter gegebenen Anweisungen werden vom

Hundeführer freiwillig angenommen und auf eigene Gefahr ausgeführt.

25. Impfungen

Der Nachweis von behördlich angeordneten Schutzimpfungen (Impfzeugnis) sind dem zuständigen

Leistungsrichter bzw. PL vor Prüfungsbeginn auf Verlangen vorzulegen.

26. Prüfungsaufsicht

Die VDH-MV können Prüfungsaufsichten durchführen. Eine von dem VDH- MV beauftragte

fachkundige Person kontrolliert nach den Bestimmungen der PO die ordnungsgemäße Durchführung

der Prüfung.

27. Disziplinarrecht

Der Veranstaltungsleiter ist für die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit im gesamten

Veranstaltungsgelände verantwortlich.

Der Leistungsrichter ist berechtigt, bei Nichtbeachtung von Ordnung und Sicherheit, die

Veranstaltung zu unterbrechen oder zu beenden. Verstöße des Hundeführers gegen diese

Rahmenbestimmungen, gegen die PO, gegen die Regeln des Tierschutzgesetzes und gegen die guten

Sitten führen zum Ausschluss von der Veranstaltung führen. Der Leistungsrichter hat in diesen

Fällen an die zuständigen Verbands-/Vereinsgremien eine Meldung abzugeben. Von dort wird von

den Beteiligten eine Stellungnahme angefordert, die dann zu Beschluss über eine Disziplinarstrafe

führen kann.

Ausschlüsse müssen in den satzungsgemäßen Gremien der Vereine/Verbände beschlossen werden.

Der VDH-Geschäftsstelle ist auf jeden Fall Mitteilung zu machen. Ein Ausschluss einer Person aus

dem Verein/Verband kann in den jeweiligen Fachorganen publiziert werden.

Das Urteil des Leistungsrichters ist unanfechtbar. Jegliche Kritik an dem Urteil kann die

Verweisung vom Hundesportgelände und evtl. weitere Disziplinarmaßnahmen nach sich ziehen. In

begründeten Fällen, die sich nicht auf Tatsachenentscheidungen, sondern auf Regelverstöße des

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Leistungsrichters beziehen, ist eine Beschwerde möglich. Diese Beschwerde ist in schriftlicher

Form beim zuständigen Verband/Verein einzureichen.

Sie kann nur über die Veranstaltungsleitung eingereicht werden und muss von dem

Beschwerdeführer, dem 1. Vorsitzenden des Vereins und einem weiteren Zeugen unterschrieben

sein. Diese Beschwerde ist innerhalb von 8 Tagen nach der Veranstaltung vorzulegen. Aus der

Anerkennung einer solchen Beschwerde leitet sich kein Anspruch auf Revidierung des

Leistungsrichter-Urteils ab. Videoaufzeichnungen gelten nicht als Beweise.

28. Sonderbestimmungen

Die VDH-MV sind berechtigt die allgemeinen Bestimmungen für ihren Bereich zu erweitern, z.B.:

Zulassungs-, Veterinär- Tierschutz-, Sanitätsbestimmungen, oder auf Grund der Gesetzeslage im

Land.

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Die Unbefangenheitsüberprüfung

Die Unbefangenheit des Hundes ist während des gesamten Prüfungsverlaufes (incl. Siegerehrung)

zu beobachten. Fällt ein Hund im Laufe einer Veranstaltung wegen Mängel in der Unbefangenheit

aus, so ist auch dann die Unbefangenheit nicht gegeben, wenn die vorangegangene Prüfungsteile

positiv verlaufen sind. Fällt ein Hund in der Unbefangenheit aus, so ist der Grund in die jeweiligen

Prüfungsunterlagen einzutragen. Der Hund ist zu disqualifizieren.

1. Grundsätze

a) Die Unbefangenheitsprobe hat vor Beginn einer jeden Prüfung stattzufinden.

b) Der Überprüfung ist an einem neutralen Ort durchzuführen. Der Ort sollte so gewählt sein,

dass keine zu enge Verbindung zum Übungsplatz oder zum Fährtengelände besteht.

c) Alle Hunde sind einzeln vorzuführen.

d) Der Zeitpunkt ist so zu wählen, dass die Hunde nicht unmittelbar danach zum Fährtenansatz

oder direkt zum Prüfungseinsatz zu führen sind.

e) Die Hunde sind angeleint (kurze Führleine - ohne Fährtengeschirr) zu führen. Die Leine

muss lose gehalten werden. Hörzeichen sind nicht zu geben.

Folgende Regeln sind bei der Überprüfung zu beachten:

- Eine schematische Überprüfung der Unbefangenheit darf nicht erfolgen,

- es bleibt dem Leistungsrichter überlassen, wie er den Ablauf gestaltet, wobei extreme

Abweichungen zwischen den Leistungsrichtern nicht gegeben sein sollen,

- je unvoreingenommener der Leistungsrichter an die Abnahme der Unbefangenheitsprobe

geht, desto reibungsloser und sicherer wird diese Probe ablaufen,

- die Überprüfung der Unbefangenheit hat unter normalen Umwelteinflüssen zu erfolgen,

- der zu prüfende Hund ist nicht herauszufordern, da sonst eine Reaktion natürlich ist,

insbesondere sind besondere Reizeinflüsse zu unterlassen,

- die Identitätskontrolle (z.B. Tätowiernummer, Chip- Nummer) ist zwingender

BESTANDTEIL der Unbefangenheitsprobe,

- die Überprüfung der Unbefangenheitsprobe erfolgt nicht nur zu Beginn der Prüfung, sondern

ebenfalls im gesamten Prüfungsablauf.

Stellt der Leistungsrichter Wesensmängel fest, so prüft er genau (z.B. bei der Schussabgabe).

Wiederholungen sind zu diesem Zweck erlaubt, ein Anfassen des Hundes durch den

Leistungsrichter ist nicht erlaubt.

2. Durchführung der Identitätskontrolle

Die Identitätskontrolle ist zwingender Bestandteil der Unbefangenheitsprobe. Dies kann dadurch

geschehen, dass die Tätowiernummer oder unter Zuhilfenahme eines Chip-Lesegerätes die Chip-

Nummer des Hundes kontrolliert wird. Hunde ohne Ahnentafel und Tätowiernummer müssen

zwingend einen Chip tragen. Die Leistungsrichter haben in den Prüfungsunterlagen zu bestätigen,

dass diese Kontrolle durchgeführt wurde.

Sollten Tätowierzeichen nicht deutlich erkennbar sein, so sind auf alle Fälle die erkennbaren

Zeichen einzutragen. Die Tätowiernummer muss mit der vom Hundeführer vorzulegenden

Ahnentafel übereinstimmen. Bei auftretenden Schwierigkeiten (z. B. Unlesbarkeit der Nummer) ist

in den Prüfungsunterlagen ein entsprechender Vermerk aufzunehmen.

Sollten Chip-Nummern durch das zur Verfügung stehende Lesegerät nicht erkannt werden, ist ein

entsprechender Vermerk in die Prüfungsunterlagen aufzunehmen. Der Hund darf vorgeführt

werden, wenn glaubhaft gemacht werden kann (z. B. entsprechender Vermerk in LU oder

Impfpass), dass der Hund ordnungsgemäß im Inland gechippt wurde.

Hundeführer, die ihren Hund im Ausland haben chippen lassen, bzw. einen im Ausland gechippten

Hund erworben haben, müssen dafür Sorge tragen, dass ein entsprechendes Lesegerät ggfs. zur

Verfügung steht.

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Hunde, deren Identität nicht eindeutig feststellbar ist, dürfen an keiner Leistungsveranstaltung

teilnehmen.

3. Ergebnis der Unbefangenheitsüberprüfung

Positive Darstellung = Bestanden:

- Hund ist selbstsicher,

- Hund ist ruhig, sicher und aufmerksam,

- Hund ist lebhaft und aufmerksam,

- Hund ist unbefangen und gutartig.

Grenzfälle = Besonders weiter zu beobachten

- Hund ist unstet, aber nicht aggressiv, im Verlauf der Prüfung jedoch unbefangen,

- Leicht überreizt, wird während der Vorführung jedoch ruhiger.

Hunde, die nicht zur Prüfung zugelassen werden können:

- Unsichere und schreckhafte Hunde, weichen der Person aus,

- Nervöse, aggressive, warnende Hunde, Angstbeißer,

- Aggressive, bissige Hunde.

4. Eintragungen

Fällt ein Hund so auf, dass er aus der Prüfung genommen wird sind folgende Eintragungen zu

machen: „Disqualifikation wegen fehlender Unbefangenheit“

Alle bisher erreichten Punktzahlen sind zu streichen

Punkte werden auch dann nicht vergeben, wenn bereits welche bekannt geben wurden.

5. Sperren

Fällt ein Hund wegen „Wesensmängel“ aus, so wird er von der Prüfung ausgeschlossen.

Über etwaige Folgen und Entscheidungen entscheiden die VDH-MV in eigener Zuständigkeit.

Hunde, die sich nicht schussgleichgültig zeigen:

Zunächst gilt festzustellen, dass Hunde, die schussaggressiv sind, nicht darunter fallen. Das

aggressive Verhalten fällt in die Beurteilung der Unbefangenheit.

Zeigt sich ein Hund nicht schussgleichgültig, so scheidet er sofort von der Prüfung aus. Keine

Vergabe von Punkten.

Was versteht man unter nicht schussgleichgültig ?

Beispiele: - Der Hund steht auf, zeigt sich verängstigt und läuft weg,

- läuft bei gleichem Verhalten zum Hundeführer,

- zeigt panische Angst und versucht den Platz zu verlassen oder verlässt diesen,

- zeigt panische Angst und irrt umher.

Bei der Beurteilung ist zu berücksichtigen, ob ein Ausbildungsfehler vorliegt oder das Aufstehen

etc. nicht im Zusammenhang mit dem Schuss etc. zusammenhängt.

In den Zweifelsfällen ist der Leistungsrichter verpflichtet, die Schussgleichgültigkeit in der Art

festzustellen, dass er den Hundeführer auffordert den Hund anzuleinen. In einer Entfernung von ca.

15 Schritten werden durch den Leistungsrichter nochmals Schüsse abgegeben, wobei der Hund an

durchhängender Leine zu stehen hat.

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BEGLEITHUNDPRÜFUNG MIT VERHALTENSTEST und

SACHKUNDEPRÜFUNG FÜR DEN HUNDEHALTER (BH/VT)

Alle Prüfungen und Wettkämpfe unterliegen in Bezug auf Durchführung und Verhalten der

Beteiligten sportlichen Grundsätzen. Die Art der Vorführung und deren Beurteilung ist für die

Begleithundprüfung nachstehend genauer beschrieben. Die Vorschriften sind für alle Beteiligten

bindend und alle Teilnehmer haben die gleichen Leistungsanforderungen zu erfüllen.

Zur Vorführung in den Sparten FH, VPG, Agility, Obedience und Turnierhundsport ist der

Nachweis der BH/VT erforderlich. Abnahmeberechtigt für die BH/VT sind ausschließlich

Leistungsrichter aus den Bereichen VPG, Agility, Obedience und Turnierhundsport, die auf einer

Richterliste eines VDH- Mitgliedsvereines stehen. Das Prüfungsergebnis ist in dem entsprechenden

Leistungsnachweis zu vermerken.

BH-Prüfungen werden nur anerkannt, wenn sie in einem des VDH (VDH-Fachausschuss

VPG/Agility/Obedience, Turnierhundsport) angehörenden Verein/Verband abgelegt wurden.

Die Veranstaltungen haben Öffentlichkeitscharakter; Ort und Beginn der Prüfung sind den

Mitgliedern öffentlich bekannt zu geben, sie sind nur durchzuführen, wenn der ausrichtende VDHMitgliedsverband

Terminschutz erteilt hat. Die Mitgliedsverbände sind an diese

Rahmenbestimmungen gebunden.

Allgemeine Bestimmungen

Zugelassen sind alle Hundehalter, die den Nachweis erbringen, dass sie die Sachkundeprüfung

analog den Regelungen zum VDH-Hundeführerschein in einer Termin geschützten Veranstaltung

des Verbandes für das deutsche Hundewesen bereits erfolgreich abgelegt haben, oder die, die den

behördlichen Nachweis der Sachkunde vorlegen.

Teilnehmer, die erstmalig in einer VDH-Begleithundprüfung starten und den entsprechenden

Nachweis der Sachkunde nicht erbringen, haben sich am Tag der Veranstaltung dem amtierenden

Leistungsrichter zur schriftlichen Überprüfung ihrer Sachkunde erfolgreich zu stellen, bevor sie mit

ihrem Hund im praktischen Teil überprüft werden.

Zugelassen sind Hunde aller Rassen und Größen. Das Zulassungsalter beträgt fünfzehn Monate.

Um eine Begleithundprüfung durchführen zu können, müssen mindestens vier Teilnehmer an den

Start gehen. Die zulässige Teilnehmerzahl an einem Prüfungstag für einen Leistungsrichter variiert

von 12 bis zu 18 Startern und richtet sich nach der Anzahl der zu prüfenden Abteilungen, die die

Anzahl 36 nicht überschreiten darf. (Begleithundprüfung mit der Abnahme der schriftlichen

Sachkundeprüfung zählt als 3 Abteilungen, ohne diese theoretische Prüfung sind es 2 Abteilungen.)

Halsbandpflicht/Mitführen der Leine

Aus versicherungsrechtlichen Gründen hat der Hundeführer während des gesamten

Prüfungsablaufes eine Führleine mitzuführen, dies schließt ein, dass der Hund auch ständig ein

Halsband zu tragen hat. Nicht zwingend ist ein Kettenhalsband. Das Halsband darf allerdings nicht

mit Stacheln, Krallen oder anderen Haken versehen sein. Es muss locker umgelegt sein. So

genannte „Zeckenhalsbänder“ sind vorher abzunehmen. In der BH/VT- Prüfung ist ein

Brustgeschirr zugelassen, an dem jedoch keine weiteren Schnallungen angebracht sein dürfen.

Die Beschaffenheit des Halsbandes, insbesondere hinsichtlich des Gewichtes, sollte von der

handelsüblichen Ausführung nicht abweichen. Bei aufkommendem Verdacht der Manipulation kann

der Leistungsrichter einen Halsbandwechsel fordern. Dieses hat jedoch vor dem Beginn der

jeweiligen Abteilung zu erfolgen. Bei Verdacht einer Betrugsabsicht (verdeckte Stacheln o. ä.) muss

der Leistungsrichter den Teilnehmer von der weiteren Prüfung ausschließen. In solchen Fällen ist

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ein entsprechender Bericht zu fertigen und der zuständigen Stelle des jeweiligen VDH-MV zur

weiteren Veranlassung zu übersenden.

Eintragung: „Disqualifikation wegen Unsportlichkeit“

Soweit die Leine vom Halsband gelöst wird, ist sie umzuhängen (Schloss auf der dem Hund

abgewandten Seite) oder nicht sichtbar mitzuführen.

Unbefangenheitsprobe

Vor der Zulassung zur BH-Prüfung sind die gemeldeten Hunde einer Unbefangenheitsüberprüfung

zu unterziehen, bei der auch die Identität durch Kontrolle der Tätowiernummer und/oder Chip-

Nummer erfolgt. Hunde, die nicht identifizierbar sind, haben keine Startberechtigung in einer

Prüfung. Die Beurteilung der Unbefangenheit erfolgt auch während der gesamten Prüfung. Hunde,

die bereits die Unbefangenheitsprobe nicht bestehen, sind vom weiteren Prüfungsverlauf

auszuschließen. Zeigt ein Hund, auch wenn er die erste Unbefangenheitsprobe bestanden hat, im

Laufe der Prüfung Wesensmängel, kann der Leistungsrichter den Hund von der Prüfung

ausschließen und im Leistungsnachweis den Vermerk - „Unbefangenheitsprobe/Verhaltenstest

nicht bestanden“ – eintragen. Eine Überprüfung der Schussgleichgültigkeit findet bei der BH/VTPrüfung

nicht statt.

Bewertung

Hunde, die im Teil A („Begleithundprüfung auf einem Übungsplatz“ nicht die erforderlichen 70 %

der Punkte erreichen, werden nicht zur Prüfung in den Teil B („Prüfung im Verkehr“)

mitgenommen.

Am Schluss der Prüfung werden keine Ergebnisse nach Punkten, sondern nur ein Werturteil

„Bestanden“ oder „Nicht bestanden“ vom Richter bekannt gegeben. Die Prüfung ist bestanden,

wenn im Teil A 70 % der zu erreichenden Punkte und im Teil B die Übungen vom Leistungsrichter

als ausreichend erachtet wurden. Dem Leistungsrichter ist es jedoch gestattet, auf Wunsch des

Veranstalters, zur Siegerehrung eine Reihung der Teilnehmer vorzunehmen.

Das zu vergebende Ausbildungskennzeichen ist kein solches im Sinne der Zucht-, Schau-, Kör- oder

Ausstellungsordnung eines Mitgliedsverbandes des VDH. Die Ablegung der Prüfung ist im

Wiederholungsfalle an keine Fristen gebunden. Jedes Prüfungsergebnis ist unabhängig vom Erfolg

der Prüfung in den Leistungsnachweis einzutragen.

A) Begleithundprüfung auf einem Übungsplatz

Gesamtpunktzahl 60

Jede Einzelübung beginnt und endet mit der Grundstellung. Der Hund sitzt auf der linken Seite

gerade, ruhig und aufmerksam neben seinem Hundeführer mit dem rechten Schulterblatt in

Kniehöhe. Das Einnehmen der Grundstellung ist zu Beginn jeder Übung nur einmal erlaubt. In der

Grundstellung steht der Hundeführer in sportlicher Haltung. Eine Grätschstellung ist nicht erlaubt.

Die Endgrundstellung der vorhergehenden Übung kann als Ausgangsgrundstellung der folgenden

Übung verwendet werden. Körperhilfen des Hundeführers sind nicht gestattet, werden sie

angewandt, erfolgt Punktabzug. Das Mitführen von Triebmitteln oder Spielgegenständen ist nicht

gestattet. Kann ein Hundeführer aufgrund körperlicher Behinderung einen Übungsteil nicht korrekt

ausführen, so hat er dieses vor Beginn der Prüfung dem Leistungsrichter mitzuteilen. Lässt eine

Behinderung des Hundeführers das Führen des Hundes an der linken Seite des Hundeführers nicht

zu, so darf der Hund analog an der rechten Seite geführt werden.

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Der Leistungsrichter gibt die Anweisung zu Beginn einer Übung. Alles weitere, wie Wendungen,

Halt, Wechseln der Gangart usw. wird ohne Anweisung des Leistungsrichters ausgeführt. Es ist

jedoch dem Hundeführer gestattet, diese Anweisungen vom Leistungsrichter zu erfragen.

Das Loben des Hundes ist nach jeder beendeten Übung erlaubt. Danach kann der Hundeführer eine

neue Grundstellung einnehmen. Zwischen Lob und Neubeginn ist ein deutlicher Zeitabstand (ca. 3

Sekunden) einzuhalten. Zwischen den Übungen muss der Hund bei Fuß geführt werden.

1. Leinenführigkeit (15 Punkte)

Hörzeichen: „Fuß“

Von der Grundstellung aus hat der am tierschutzgerechten handelsüblichen Halsband oder

Brustgeschirr angeleinte Hund seinem Hundeführer auf das Hörzeichen „Fuß“ freudig zu folgen.

Das Halsband darf nicht auf Zug gestellt sein.

Zu Beginn der Übung hat der Hundeführer mit seinem Hund 40 bis 50 Schritt geradeaus zu gehen,

ohne zu halten, eine Kehrtwendung zu machen und nach 10 bis 15 Schritt den Laufschritt und den

langsamen Schritt zu zeigen, mindestens jeweils 10 Schritte. In der normalen Gangart sind dann

mindestens eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung auszuführen. Der Hund hat stets mit dem

Schulterblatt in Kniehöhe an der linken Seite des Hundeführers zu bleiben; er darf nicht vor, nach

oder seitlich laufen. Die Kehrtwendung ist vom Hundeführer als Linkskehrtwendung zu zeigen.

Nur beim Angehen und beim Wechsel der Gangart ist dem Hundeführer das Hörzeichen „Fuß“

gestattet. Bleibt der Hundeführer stehen, hat der Hund sich schnell ohne Einwirkung des

Hundeführers zu setzen. Der Hundeführer darf hierbei seine Grundstellung nicht verändern und

insbesondere nicht an den evtl. abseits sitzenden Hund herantreten. Die Führleine ist während des

Führens in der linken Hand zu halten und muss durchhängen. Auf Anweisung des Leistungsrichters

geht der Hundeführer mit seinem Hund durch eine Gruppe von mindestens vier Personen. Der

Hundeführer hat in der Gruppe mindestens einmal in der Nähe einer Person zu halten. Die Gruppe

hat sich durcheinander zu bewegen.

Zurückbleiben, Vordrängen, seitliches Abweichen des Hundes sowie zögerndes Verharren des

Hundeführers bei den Wendungen sind fehlerhaft.

Gruppe

Das Gehen durch die Gruppe, deren Personen sich bewegen, ist in der Leinenführigkeit und in der

Freifolge zu zeigen. Dabei muss jeweils mindestens einmal links und einmal rechts (z.B. in Form

einer 8) um Personen gegangen werden. Es ist mindestens einmal je Durchgang in der Nähe einer

Person anzuhalten. Dem Leistungsrichter ist es freigestellt, eine Wiederholung zu verlangen. Das

Loben des Hundes ist nach dem Verlassen der Gruppe nur in der abschließenden Grundstellung

erlaubt.

Kehrtwendung (180 °)

Die Durchführung der Kehrtwendung ist auf zwei Arten gestattet, muss vom Hundeführer aber

jeweils als Linkskehrtwendung gezeigt werden. Hierbei kann der Hund hinten um den Hundeführer

herumgehen, oder die Kehrtwendung mit dem Hundeführer als Links-Wendung (Hund bleibt an der

linken Seite des Hundeführers) zeigen. Innerhalb einer Prüfung ist nur eine der beiden

Varianten möglich.

2. Freifolgen (15 Punkte)

Hörzeichen: „Fuß“

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Auf Anordnung des Leistungsrichters wird der Hund in der Grundstellung abgeleint. Der

Hundeführer hängt sich die Führleine um die Schulter oder steckt sie in die Tasche (jeweils in die

vom Hund abgewandte Seite) und begibt sich mit seinem frei folgenden Hund sofort wieder in die

Personengruppe, um dort mindestens einmal anzuhalten. Nach Verlassen der Gruppe nimmt der

Hundeführer kurz die Grundstellung ein und beginnt dann die Freifolge analog der Festlegungen zu

Übung 1.

3. Sitzübung (10 Punkte)

Hörzeichen: „Sitz“

Von der Grundstellung aus geht der Hundeführer mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund

geradeaus. Nach mindestens 10 bis 15 Schritten nimmt der HF eine Gst. ein, gibt, das Hz Sitz und

entfernt sich weitere 15 Schritte. Er dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung des

Leistungsrichters geht der Hundeführer zu seinem Hund zurück und nimmt an dessen rechter Seite

Grundstellung ein. Wenn der Hund anstatt zu sitzen, sich legt oder stehen bleibt, werden hierfür 5

Punkte entwertet.

4. Ablegen in Verbindung mit Herankommen (10 Punkte)

Hörzeichen: „Platz“, „Hier“, „Fuß“

Von der Grundstellung aus geht der Hundeführer mit seinem Hund auf das Hörzeichen „Fuß“

geradeaus. Nach mindestens 10 bis 15 Schritten nimmt der HF eine Gst ein, gibt das Hz Platz. und

entfernt sich weitere 30 Schritte. Er dreht sich sofort zu seinem Hund um und bleibt still stehen. Auf

Anweisung des Leistungsrichters ruft der Hundeführer seinen Hund heran. Freudig und in schneller

Gangart hat sich der Hund seinem Hundeführer zu nähern und sich dicht vor ihn zu setzen. Auf das

Hörzeichen "Fuß" hat sich der Hund neben seinen Hundeführer zu setzen.

Bleibt der Hund stehen oder setzt er sich, kommt jedoch einwandfrei heran, so werden hierfür 5

Punkte entwertet.

5. Ablegen des Hundes unter Ablenkung (10 Punkte)

Hörzeichen: „Fuß“, „Platz“, „Sitz“

Zu Beginn der Abteilung „B“ eines anderen Hundes legt der Hundeführer seinen vorher abgeleinten

Hund mit dem Hörzeichen Platz“ an einem vom der Leistungsrichter angewiesenen Platz aus

gerader Grundstellung ab, und zwar ohne die Führleine oder irgendeinen Gegenstand bei ihm zu

lassen. Nun geht der Hundeführer, ohne sich umzusehen, innerhalb des Prüfungsgeländes

wenigstens 30 Schritte vom Hund weg und bleibt in Sicht des Hundes mit dem Rücken zu ihm ruhig

stehen. Der Hund muss ohne Einwirkung des Hundeführers ruhig liegen, während der andere Hund

die Übungen 1 bis 4 zeigt. Auf Anweisung des Leistungsrichters geht der Hundeführer zu seinem

Hund und stellt sich an dessen rechte Seite. Nach ca. 3 Sek. muss sich der Hund nach Anweisung

des Leistungsrichters auf das Hörzeichen Sitz“ schnell und gerade in die Grundstellung aufsetzen.

Unruhiges Verhalten des Hundeführers sowie andere versteckte Hilfen, unruhiges Liegen des

Hundes bzw. zu frühes Aufstehen/Aufsitzen des Hundes beim Abholen werden entsprechend

entwertet. Steht oder sitzt der Hund, bleibt aber am Ablageplatz, erfolgt eine Teilbewertung.

Entfernt sich der Hund vor Vollendung der Übung 2 des vorgeführten Hundes um mehr als 3 Meter

vom Ablageplatz, so ist die Übung mit 0 zu bewerten. Verlässt der Hund nach Abschluss der Übung

2 den Ablageplatz, erhält er eine Teilbewertung. Kommt der Hund dem Hundeführer beim Abholen

entgegen, erfolgt eine Punkteentwertung bis zu 3 Punkten.

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B) Prüfung im Verkehr

Allgemeines

Die nachfolgenden Übungen finden außerhalb des Übungsgeländes in einem geeigneten Umfeld

innerhalb von geschlossenen Ortschaften statt. Der Leistungsrichter legt mit dem PL fest, wo und

wie die Übungen im öffentlichen Verkehrsraum (Straßen, Wege oder Plätze) durchgeführt werden.

Der öffentliche Verkehr darf nicht beeinträchtigt werden.

Die Durchführung dieses Teils der Prüfung erfordert wegen ihrer Eigenart einen erheblichen

Zeitaufwand. Die Leistungsanforderungen dürfen nicht durch oberflächliche Abnahme vieler Hunde

beeinträchtigt werden.

Punkte werden für die einzelnen Übungen des Teiles B nicht vergeben. Für das Bestehen dieser

Prüfungsabteilung ist der gesamte Eindruck über den sich im Verkehr/Öffentlichkeit bewegenden

Hund maßgeblich.

Die nachfolgend beschriebenen Übungen sind Anregungen und können durch den Leistungsrichter

individuell auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Der Leistungsrichter ist berechtigt,

bei Zweifeln in der Beurteilung der Hunde Übungen zu wiederholen bzw. zu variieren.

Prüfungsablauf

1. Begegnung mit Personengruppe

Auf Anweisung des Leistungsrichters begeht der Hundeführer mit seinem angeleinten Hund einen

angewiesenen Straßenabschnitt auf dem Gehweg. Der Leistungsrichter folgt dem Team in

angemessener Entfernung.

Der Hund soll an der linken Seite des Hundeführers an lose hängender Leine - mit der Schulter in

Kniehöhe des Hundeführers - willig folgen.

Dem Fußgänger- und Fahrverkehr gegenüber hat sich der Hund gleichgültig zu verhalten.

Auf seinem Weg wird der Hundeführer von einem vorbeilaufenden Passanten (Auftragsperson)

geschnitten. Der Hund hat sich neutral und unbeeindruckt zeigen.

Hundeführer und Hund gehen weiter durch eine aufgelockerte Personengruppe von mindestens 6

Personen, in der eine Person den Hundeführer anspricht und mit Handschlag begrüßt. Der Hund hat

auf Anweisung durch Hundeführer neben ihm zu sitzen oder zu liegen und hat sich während der

kurzen Unterhaltung ruhig zu verhalten.

2. Begegnung mit Radfahrern

Der angeleinte Hund geht mit seinem Hundeführer einen Weg entlang und wird zunächst von hinten

von einem Radfahrer überholt, der dabei Klingelzeichen gibt. In großem Abstand wendet der

Radfahrer und kommt Hundeführer und Hund entgegen. Dabei werden nochmals Klingelzeichen

gegeben. Das Vorbeifahren hat so zu erfolgen, dass sich der Hund zwischen Hundeführer und

vorbeifahrendem Radfahrer befindet.

Der angeleinte Hund hat sich den Radfahrern gegenüber unbefangen zu zeigen.

3. Begegnung mit Autos

Der Hundeführer geht mit seinem angeleinten Hund an mehreren Autos vorbei. Dabei wird eines

der Fahrzeuge gestartet. Bei einem anderen Auto wird eine Tür zugeschlagen. Während

Hundeführer und Hund weitergehen, hält ein Auto neben ihnen. Die Fensterscheibe wird herunter

gedreht und der Hundeführer um eine Auskunft gebeten. Dabei hat der Hund auf Anweisung des

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Hundeführers zu sitzen oder zu liegen. Der Hund hat sich ruhig und unbeeindruckt gegenüber Autos

und allen Verkehrsgeräuschen zu zeigen.

4. Begegnung mit Joggern oder Inline Scatern

Der Hundeführer geht mit seinem angeleinten Hund einen ruhigen Weg entlang. Mindestens zwei

Jogger überholen ihn, ohne das Tempo zu vermindern. Haben sich die Jogger entfernt, kommen

erneut Jogger dem Hund und Hundeführer entgegen und laufen an ihnen vorbei, ohne die

Geschwindigkeit herabzusetzen. Der Hund muss nicht korrekt bei Fuß gehen, darf die überholenden

bzw. entgegenkommenden Personen jedoch nicht belästigen. Es ist statthaft, dass der Hundeführer

seinen Hund während der Begegnung in die Sitz- oder Platzposition bringt.

Statt der Jogger können auch ein oder zwei Inline Scater Hund und Hundeführer überholen und

ihnen wieder entgegen kommen.

5. Begegnung mit anderen Hunden

Beim Überholen und Entgegenkommen eines anderen Hundes mit Hundeführer hat sich der Hund

neutral zu verhalten. Der Hundeführer kann das Hörzeichen „Fuß“ wiederholen oder den Hund bei

der Begegnung in die Sitz- oder Platzposition bringen.

6. Verhalten des kurzfristig im Verkehr angeleint allein gelassenen Hundes, Verhalten

gegenüber Tieren

Auf Anweisung des Leistungsrichters begeht der Hundeführer mit angeleintem Hund den Gehweg

einer mäßig belebten Straße. Nach kurzer Strecke hält der Hundeführer auf Anweisung des

Leistungsrichters und befestigt die Führleine an einem Zaun, Mauerring oder dergleichen. Der

Hundeführer begibt sich außer Sicht in ein Geschäft oder einen Hauseingang.

Der Hund darf stehen, sitzen oder liegen.

Während der Abwesenheit des Hundeführers geht ein Passant (Auftragsperson) mit einem

angeleinten Hund in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf Schritten am Prüfungshund vorbei.

Der alleingelassene Hund hat sich während der Abwesenheit des Führers ruhig zu verhalten. Den

vorbei geführten Hund (keine Raufer verwenden) hat er ohne Angriffshandlung (starkes Zerren an

der Leine, andauerndes Bellen) passieren zu lassen. Auf Richteranweisung wird der Hund wieder

abgeholt.

Anmerkung

Es bleibt dem amtierenden Leistungsrichter überlassen, ob er die einzelnen Übungen mit jedem

Hund an den jeweils vorgesehenen Orten durchführen oder ob er alle Prüflinge nur einige Übungen

absolvieren lässt und dann den nächsten Prüfungsort aufsucht und dort ebenso verfährt.

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IPO ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung )

Gebrauchshundeprüfung IPO ZTP gliedert sich in:

Abteilung A 100 Punkte

Abteilung B 100 Punkte

Abteilung C 100 Punkt

Gesamt: 300 Punkte

IPO ZTP Abteilung „A“

Eigenfährte, mindestens 300 Schritte, 3 Schenkel, 2 Winkel (ca. 90°), 2 dem HF gehörende

Gegenstände, mindestens 20 Minuten alt, Ausarbeitungszeit 15 min.

Halten der Fährte : 79 Punkte

Gegenstände (10 + 11) 21 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Wenn der Hunde keine Gegenstände gefunden hat, kann die Bewertung maximal befriedigend sein.

Zulassungsbestimmungen

Zur Ablegung dieser Prüfung ist Vorbedingung, dass der betreffende Hund mindestens 18 Monate

alt ist und die VDH-BH/VT- Prüfung abgelegt und bestanden hat.

Allgemeine Bestimmungen:

Der LR oder der Fährtenverantwortliche bestimmen unter Anpassung an das vorhandene

Fährtengelände den Verlauf der Fährte. Die Fährten müssen verschieden gelegt werden. Es darf

nicht sein, dass z. B. bei jeder Fährte die einzelnen Winkel und Gegenstände in der gleichen

Entfernung bzw. in gleichen Abständen liegen. Die Abgangstelle der Fährte muss durch ein Schild

gut gekennzeichnet sein, welches unmittelbar links neben der Abgangstelle in den Boden gesteckt

wird.

Die Reihenfolge der Teilnehmer wird im Beisein des LR ausgelost.

Der HF (= Fährtenleger) hat vor dem Legen der Fährte dem LR oder Fährtenverantwortlichen die

Gegenstände zu zeigen. Es dürfen nur gut (mindestens 30 Minuten lang) selbst verwitterte

Gegenstände verwendet werden. Der HF (= Fährtenleger) verweilt kurz am Ansatz und geht dann

mit normalen Schritten in die angewiesene Richtung. Die Winkel werden ebenfalls in normaler

Gangart gebildet. Der erste Gegenstand wird nach mindestens 100 Schritten auf dem 1.oder 2.

Schenkel, der zweite Gegenstand am Ende der Fährte abgelegt. Die Gegenstände müssen aus der

Bewegung auf die Fährte gelegt werden. Nach dem Ablegen des letzten Gegenstandes muss der

Fährtenleger noch einige Schritte in gerader Richtung weitergehen. Innerhalb einer Fährte müssen

unterschiedliche Gegenstände verwendet werden. (Material: z. B. Leder, Textilien, Holz). Die

Gegenstände müssen eine Länge von ca. 10 cm, eine Breite von 2 - 3 cm, eine Dicke von 0,5 - 1 cm

aufweisen, und dürfen sich in der Farbe nicht wesentlich vom Gelände abheben. Während des

Legens der Fährte muss sich der Hund außer Sicht aufhalten.

Der LR, und Begleitpersonen dürfen sich während der Arbeit des Hundes nicht in dem Bereich

aufhalten, in dem das Team (HF und Hund) das Recht hat zu suchen.

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a) Ein Hörzeichen für :“Suchen“

Das HZ für „Suchen“ ist bei Fährtenbeginn und nach dem ersten Gegenstand erlaubt.

b) Ausführung: Der HF bereitet seinen Hund zur Fährte vor. Der Hund kann frei suchen oder an 10

m langer Leine. Die 10 m lange Fährtenleine kann über den Rücken, seitlich oder zwischen den

Vorder- und/oder Hinterläufen geführt werden. Sie kann entweder direkt am nicht auf Zug

eingestellten, Halsband oder an der Anbindevorrichtung des Suchgeschirres (erlaubt sind

Brustgeschirr oder Böttgergeschirr, ohne zusätzliche Riemen) befestigt sein.

Nach Aufruf meldet sich der HF mit seinem Hund in Grundstellung beim LR und gibt an, ob sein

Hund die Gegenstände aufnimmt oder verweist. Vor der Fährte, während des Ansetzens und der

gesamten Fährte ist jeglicher Zwang zu unterlassen. Auf Anweisung des LR wird der Hund langsam

und ruhig zur Abgangstelle geführt und angesetzt. Der Hund muss am Ansatz intensiv, ruhig und

mit tiefer Nase Witterung nehmen. Der Hund muss dann mit tiefer Nase und in gleichmäßigem

Tempo intensiv dem Fährtenverlauf folgen. Der HF folgt seinem Hund in 10 m Entfernung am Ende

der Fährtenleine. Bei Freisuche ist ebenfalls der Abstand von 10 m einzuhalten. Die Fährtenleine

darf, wenn sie vom HF nicht aus der Hand gelassen wird, durchhängen.

Der Hund muss die Winkel sicher ausarbeiten. Nach dem Winkel muss der Hund im gleichen

Tempo weitersuchen.

Sobald der Hund einen Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des HF sofort

aufnehmen oder überzeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben, sich setzen oder

auch zum HF kommen. Weitergehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen sind

fehlerhaft.

Das Verweisen kann liegend, sitzend oder stehend (auch im Wechsel) erfolgen. Hat der Hund den

Gegenstand verwiesen oder aufgenommen, legt der HF die Fährtenleine ab und begibt sich zu

seinem Hund. Durch hochheben des Gegenstandes zeigt er an, dass der Hund gefunden hat. Hierauf

nimmt der HF die Fährtenleine wieder auf und setzt mit seinem Hund die Fährte fort. Nach

Beendigung der Fährte sind die gefundenen Gegenstände dem LR vorzuzeigen.

c) Bewertung: Das Suchtempo ist dann kein Kriterium bei der Bewertung, wenn die Fährte

intensiv, gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird und der Hund dabei ein positives

Suchverhalten zeigt. Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht fehlerhaft. Faseln, hohe

Nase, Entleeren, Kreisen an den Winkeln, dauernde Aufmunterungen, Leinen- oder verbale Hilfen

im Bereich des Fährtenverlaufs oder an den Gegenständen, fehlerhaftes Aufnehmen oder

fehlerhaftes Verweisen der Gegenstände, Fehlverweisen entwerten entsprechend. Wenn der HF die

Fährte um mehr als eine Fährtenleine verlässt, wird die Fährte abgebrochen. Verlässt der Hund die

Fährte und wird dabei vom HF zurückgehalten, erfolgt die Richteranweisung, dem Hund zu folgen.

Wird diese Richteranweisung nicht befolgt, ist die Fährtenarbeit vom LR abzubrechen.

Ist innerhalb von 15 Minuten nach dem Ansatz an der Abgangstelle das Ende der Fährte nicht

erreicht, wird die Fährtenarbeit vom LR abgebrochen. Die bis zum Abbruch gezeigte Leistung wird

bewertet.

Zeigt ein Hund bei der Gegenstandsarbeit auf einer Fährte beide Möglichkeiten also „Aufnehmen“

und „Verweisen“ der Gegenstände so ist dies fehlerhaft. Bewertet werden nur die Gegenstände, die

der Meldung entsprechen.

Fehlverweisen fließt in die Bewertung des jeweiligen Schenkels ein.

Für nicht verwiesene oder aufgenommene Gegenstände werden keine Punkte vergeben.

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Die Aufteilung der Punkte für das Halten der Fährte auf die Schenkel muss je nach Länge und

Schwierigkeitsgrad erfolgen. Die Bewertung der einzelnen Schenkel erfolgt nach Noten und

Punkten.

Sucht der Hund nicht (längeres Verweilen am selben Platz ohne zu suchen) kann die Fährte auch

dann abgebrochen werden, wenn sich der Hund noch auf der Fährte befindet.

IPO ZTP Abteilung „ B“

Übung 1 : Leinenführigkeit 25 Punkte

Übung 2 : Sitz aus der Bewegung 15 Punkte

Übung 3 : Ablegen in Verbindung mit Herankommen 20 Punkte

Übung 4 : Bringen auf ebener Erde 20 Punkte

Übung 5 : Sprung über eine Hürde 10 Punkte

Übung 6 : Ablegen unter Ablenkung 10 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Allgemeine Bestimmungen:

Der LR gibt die Anweisung für den Beginn einer Übung. Alles weitere, wie Wendungen, Anhalten,

Wechseln der Gangart usw. werden ohne Anweisung ausgeführt.

Die HZ sind im Leitfaden verankert. HZ sind normal gesprochene, kurze, aus einem Wort

bestehende Befehle. Sie können in jeder Sprache erfolgen, müssen jedoch für eine Tätigkeit immer

gleich sein. Führt ein Hund nach dem dritten gegebenen HZ eine Übung oder einen Übungsteil nicht

aus, so ist die jeweilige Übung ohne Bewertung abzubrechen.

Beim Abrufen kann anstelle des HZ für „Herankommen“ auch der Name des Hundes verwendet

werden. Der Name des Hundes in Verbindung mit jeglichen HZ gelten als Doppelhörzeichen.

In der Grundstellung sitzt der Hund eng und gerade an der linken Seite des HF, sodass die Schulter

des Hundes mit dem Knie des HF abschließt. Jede Übung beginnt und endet mit der Grundstellung.

Das Einnehmen der Grundstellung am Anfang der Übung ist nur einmal erlaubt. Ein kurzes Lob ist

nur nach jeder beendeten Übung und nur in Grundstellung erlaubt. Danach kann der HF eine neue

Grundstellung einnehmen. Jedenfalls muss zwischen Lob und Neubeginn ein deutlicher Zeitabstand

(ca. 3 sec.) eingehalten werden.

Aus der Grundstellung heraus erfolgt die so genannte Entwicklung. Der HF muss sie mindestens

10, jedoch höchstens 15 Schritte zeigen, bevor das HZ zur Ausführung der Übung gegeben wird.

Zwischen den Übungsteilen „Vorsitzen“ und „Abschluss“ sowie beim Herantreten an den

absitzenden, stehenden, abliegenden Hund, sind vor der Abgabe eines weiteren HZ deutliche Pausen

einzuhalten (ca. 3 Sekunden). Beim Abholen kann der HF von vorne oder von hinten an seinen

Hund herantreten.

Die Freifolge ist auch auf den eventuell notwendigen Wegen zwischen den Übungen zu zeigen.

Auch beim Holen des Bringholzes muss der Hund mitgeführt werden. Ein Auflockern oder Spielen

ist nicht erlaubt.

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Die Kehrtwendung ist vom HF nach links auszuführen. Der Hund kann bei der Kehrtwendung

entweder hinter dem HF herumkommen oder vorne zurückgehen, die Ausführung muss innerhalb

einer Prüfung gleich sein.

Nach dem Vorsitzen kann der Hund entweder hinten herum als auch von vorne in die Grundstellung

gehen.

Die starre Hürde hat eine Höhe von 80 cm und eine Breite von 150 cm. Alle Hunde eines

Wettbewerbes müssen die gleichen Hindernisse überspringen.

Bei den Bringübungen sind nur Bringhölzer erlaubt (Gewicht 650 Gramm). Die vom Veranstalter

bereitgestellten Bringhölzer müssen von allen Teilnehmern verwendet werden. Bei allen

Bringübungen darf das Bringholz dem Hund nicht vorher in den Fang gegeben werden.

Sollte der HF eine Übung vergessen, wird der HF durch den LR, ohne Punkteabzug, aufgefordert

die fehlende Übung zu zeigen. Es erfolgt kein Punktabzug.

Für die Grundstellung ist ein HZ für „absitzen“ erlaubt.

1. Leinenführigkeit 25 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fussgehen“

b) Ausführung: Der HF begibt sich mit seinem angeleinten Hund zum PR, geht in Grundstellung

und stellt sich vor. Aus der Grundstellung muss der Hund dem HF auf das HZ für "fussgehen“

aufmerksam, freudig folgen, mit dem Schulterblatt immer in Kniehöhe an der linken Seite des HF

bleiben. Die Leine darf nicht gespannt sein. Zu Beginn der Übung geht der HF mit seinem Hund 50

Schritte ohne anzuhalten geradeaus, nach der Kehrtwendung und weiteren 10 bis 15 Schritten muss

der HF den Laufschritt und den langsamen Schritt zeigen (jeweils mindestens 10 Schritte). Der

Übergang vom Laufschritt in den langsamen Schritt muss ohne Zwischenschritte ausgeführt werden.

Die verschiedenen Gangarten müssen sich deutlich in der Geschwindigkeit unterscheiden.

Während der HF mit dem Hund die erste Gerade geht, sind zwei Schüsse (Kaliber 6 mm ) im

Zeitabstand von 5 Sekunden in einer Entfernung von mindestens 15 Schritte zum Hund abzugeben.

Der Hund muss sich schussgleichgültig verhalten. In der normalen Gangart sind dann mindestens

zwei Rechts-, ein Links- und zwei Kehrtwendung auszuführen. sowie ein Anhalten nach der zweiten

Kehrtwendung auszuführen. Die Kehrtwendung ist vom Hundeführer nach links (180 Grad auf der

Stelle drehend) zu zeigen. (Vorführschema ist zu beachten)Dabei sind zwei Varianten möglich:

- Der Hund. geht mit einer Rechtswendung hinter dem Hundeführer herum.

- Der Hund. zeigt eine Linkskehrtwendung um 180 Grad auf der Stelle drehend.

Innerhalb einer Prüfung ist nur eine der beiden Varianten möglich.

Das Anhalten ist mindestens einmal aus dem normalen Schritt entsprechend der Skizze nach der

zweiten Kehrtwendung zu zeigen.

Im normalen Schritt ist dann mindestens eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung auszuführen. Das

Anhalten ist mindestens einmal zu zeigen.

Der HF geht mit seinem Hund auf Anweisung des R in eine sich bewegende Gruppe von

mindestens vier Personen. Der HF muss mit seinem Hund einmal in der Gruppe anhalten. Der HF

mit seinem Hund verlässt die Gruppe, nimmt Grundstellung ein und leint seinen Hund ab.

c) Bewertung: Vorlaufen, seitliches Abweichen, zurückbleiben, zusätzliche HZ, Körperhilfen,

Unaufmerksamkeit und/oder Gedrücktheit des Hundes entwerten entsprechend.

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2. Sitz aus der Bewegung 15 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: „Fussgehen“, „Absitzen“

b) Ausführung: Aus gerader Grundstellung geht der HF mit seinem frei folgenden Hund geradeaus.

Nach 10-15 Schritten muss sich der Hund auf das HZ für „Absitzen“ sofort und in Laufrichtung

absetzen, ohne dass der HF seine Gangart unterbricht, verändert oder sich umsieht. Nach weiteren

15 Schritten bleibt der HF stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung des LR

geht der HF zu seinem Hund zurück und stellt sich an dessen rechte Seite.

c) Bewertung: Fehler in der Entwicklung, langsames Absitzen, unruhiges und unaufmerksames

Sitzen entwerten entsprechend. Wenn der Hund anstatt zu sitzen, sich legt oder steht, werden 10

Punkte abgezogen.

3. Ablegen in Verbindung mit Herankommen 20 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: „Fussgehen“, „Ablegen“, „Herankommen“, „in Grundstellung gehen“

b) Ausführung: Aus gerader Grundstellung geht der HF mit seinem frei folgenden Hund geradeaus.

Nach 10-15 Schritten muss sich der Hund auf das HZ für „Ablegen“ sofort und in Laufrichtung

ablegen, ohne dass der HF seine Gangart unterbricht, verändert oder sich umsieht. Der HF geht noch

etwa 30 Schritte geradeaus, bleibt stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung

des LR ruft der HF seinen Hund mit dem HZ für „Herankommen“ oder dem Namen des Hundes zu

sich. Der Hund muss freudig, schnell und direkt herankommen und sich dicht und gerade vor den

HF setzen. Auf das HZ für „in Grundstellung gehen“ muss sich der Hund schnell und gerade links

neben seinem HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe absetzen.

c) Bewertung: Fehler in der Entwicklung, langsames Hinlegen, unruhiges Liegen, langsames

Hereinkommen bzw. langsamer werden beim Herankommen, Grätschstellung des HF, Fehler beim

Vorsitzen und beim Abschluss entwerten entsprechend. Sitzt oder steht der Hund nach dem HZ für

„Ablegen“ werden 13 Punkte abgezogen.

4. Bringen auf ebener Erde 20 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: „Bringen“, „Abgeben“, „in Grundstellung gehen“

b) Ausführung: Aus gerader Grundstellung wirft der HF ein Bringholz (Gewicht 650 Gramm) etwa

10 Schritte weit weg. Das HZ für „Bringen“ darf erst gegeben werden, wenn das Bringholz ruhig

liegt. Der ruhig und frei neben seinem HF sitzende Hund muss auf das HZ für „Bringen“ schnell

und direkt zum Bringholz laufen, es sofort aufnehmen und seinem HF schnell und direkt bringen.

Der Hund muss sich dicht und gerade vor seinen HF setzen und das Bringholz so lange ruhig im

Fang halten, bis ihm der HF nach einer Pause von ca. 3 Sek. das Bringholz mit dem HZ für

„Abgeben“ abnimmt.

Das Bringholz muss nach der Abgabe mit nach unten ausgestrecktem Arm, ruhig an der rechten

Körperseite gehalten werden. Auf das HZ für „in Grundstellung gehen“ muss sich der Hund schnell

und gerade links neben seinen HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe absetzen. Der HF darf

während der gesamten Übung seinen Standort nicht verlassen.

c) Bewertung: Fehler in der Grundstellung, langsames Hinlaufen, Fehler beim Aufnehmen,

langsames Zurückkommen, Fallenlassen des Bringholzes, Spielen oder Knautschen mit dem

Bringholz, Grätschstellung des HF, Fehler beim Vorsitzen und Abschluss entwerten entsprechend.

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Zu kurzes Werfen des Bringholzes und Hilfen des HF ohne Veränderung des Standortes entwerten

ebenfalls. Verlässt der HF seinen Standort bevor der Abschluss erfolgt ist, wird die Übung mit

„Mangelhaft“ bewertet. Bringt der Hund nicht, ist die Übung mit 0 Punkten zu bewerten.

5. Springen über eine Hürde (80 cm) 10 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "springen“, "herankommen“,“ in Grundstellung gehen“

b) Ausführung: Der HF nimmt mit seinem Hund mindestens 5 Meter vor der Hürde Grundstellung

ein. Der HF geht auf die andere Seite der Hürde und nimmt in einem Abstand von mindestens 5

Meter Aufstellung. Der Hund muss auf das HZ für "springen“ im Freisprung über die Hürde

springen, und auf das HZ für „herankommen“ sofort sich dicht und gerade vor seinen HF setzen.

Auf das HZ für "in Grundstellung gehen“ muss sich der Hund schnell und gerade links neben seinen

HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe absetzen. Am Ende der Übung wird der Hund angeleint.

c) Bewertung: Fehler in der Grundstellung, zögerndes Springen, Fehler beim Vorsitzen und

Abschluss, HF-Hilfen entwerten entsprechend. Für Streifen des Hundes an der Hürde müssen bis

zu 2 Punkte, für Aufsetzen bis zu 4 Punkte entwertet werden. Springt der Hund nicht, ist die Übung

mit „0 Punkten“ zu bewerten.

6. Ablegen des Hundes unter Ablenkung 10 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "ablegen“, "aufsetzen“

b) Ausführung: Zu Beginn der Abteilung B eines anderen Hundes begibt sich der HF mit seinem

Hund zu einem vom LR angewiesenen Platz und leint seinen Hund in der Grundstellung ab. Dann

legt der HF seinen Hund mit dem HZ für "ablegen“ ab, und zwar ohne die Führleine oder

irgendeinen Gegenstand bei ihm zu lassen. Nun geht der HF, ohne sich umzusehen, innerhalb des

Prüfungsgeländes wenigstens 20 Schritte vom Hund weg und bleibt in Sicht des Hundes mit dem

Rücken zu ihm ruhig stehen. Der Hund muss ohne

Einwirkung des HF ruhig liegen, während der andere Hund die Übungen 1 bis 5 zeigt. Auf

Anweisung des LR geht der HF zu seinem Hund und stellt sich an dessen rechte Seite. Der Hund

muss sich nach Anweisung des LR auf das HZ für „aufsetzen“ schnell und gerade in die

Grundstellung aufsetzen

Der Hund wird angeleint.

c) Bewertung: Unruhiges Verhalten des HF sowie andere versteckte Hilfen, unruhiges Liegen des

Hundes bzw. zu frühes Aufstehen/Aufsitzen des Hundes beim Abholen entwerten entsprechend.

Steht oder sitzt der Hund, bleibt aber am Ablageplatz, erfolgt eine Teilbewertung. Entfernt sich der

Hund vor Vollendung der Übung 3 des vorgeführten Hundes um mehr als 3 Meter vom

Ablageplatz, so ist die Übung mit 0 zu bewerten.

IPO ZTP Abteilung "C"

Übung 1 : Stellen und Verbellen 15 Punkte

Übung 2 :Anmarsch und Überfall auf den HF 10/30 Punkte

Übung 3 : Angriff auf den HF und seinen Hund 40 Punkte

Übung 4 : Transport zum LR 5 Punkte

Gesamt 100 Punkte

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1. Stellen und Verbellen 15 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: „Revieren“

b) Ausführung: Der Helfer befindet sich in ca. 20 Schritten Entfernung zum HF und seinem Hund,

für den Hund nicht sichtbar, in einem Versteck. Auf Anweisung des PR leint der HF seinen Hund

ab sendet ihn mit einem Hörzeichen für "Revieren“ und/oder Sichtzeichen mit dem Arm, zum

Versteck. Der Hund muss den Helfer aktiv, aufmerksam stellen und anhaltend verbellen. Der Hund

darf den Helfer weder anspringen, noch darf er zufassen. Der HF geht sofort auf Anweisung des PR

zum Hund und hält ihn am Halsband fest. Nach dem Heraustreten des Helfers, wird der Hund

angeleint und im Versteck die Grundstellung eingenommen.

c) Bewertung: Einschränkungen beim anhaltenden, fordernden Verbellen und drangvollen Stellen

entwerten entsprechend. Bei Belästigen des Helfers z.B. anstoßen, anspringen usw. müssen bis zu 3,

bei starkem Fassen bis zu 12 Punkte abgezogen werden. Bleibt der Hund nicht am Helfer, erfolgt

eine Teilbewertung im Mangelhaft. Nimmt der Hund den Helfer nicht an, wird die Abteilung C

abgebrochen.

2. Anmarsch und Überfall auf den HF Anmarsch 10 Punkte- Überfall 30 Punkte

a) Je ein HZ für“ Abwehren“, „ablassen“, ein HZ für „Fußgehen“

b) Auf Anweisung des LR nimmt der Hundeführer 30 Schritt vor dem Versteck an einer markierten

Stelle die Grundstellung ein und leint seinen Hund ab. Die Leine ist umzuhängen oder einzustecken.

Auf Anweisung des LR geht der Hundeführer mit seinem frei folgenden Hund in Richtung des

Helferversteckes. Der Hund hat dicht bei Fuß zu gehen. Auf Anweisung des LR unternimmt der

Helfer einen Angriff mit Vertreibungslauten auf Hundeführer und Hund, wenn sich der Hundeführer

bzw. der Hund 10 Schritt vor dem Versteck befinden. Der Hund muss sofort sicher und energisch

den Angriff durch festes und volles Zufassen abwehren. Hat der Hund gefasst, erhält er vom Helfer

mit einem Softstock 2 Stockbelastungen. Schläge auf den Bereich des Widerristes. Er darf dabei nur

am Schutzarm des HL angreifen.

Der HF selbst darf seinen Standort nicht verlassen. Zur Abwehr des Angriffes ist eine Ermunterung

durch den Hundeführer erlaubt.

Auf Anweisung des LR stellt der Helfer den Angriff ein und bleibt ruhig stehen. Der Hund hat

selbständig bzw. auf das Hörzeichen “Aus” abzulassen und den Helfer zu bannen.

Lässt der Hund nach dem ersten erlaubten HZ nicht ab, so erhält der HF die Richteranweisung für

bis zu zwei weiteren HZ für "ablassen“. Wenn der Hund nach diesen HZ (einem erlaubten und zwei

zusätzlichen) nicht ablässt, erfolgt Disqualifikation. Während des HZ für "ablassen“ muss der HF

ruhig stehen, ohne auf den Hund einzuwirken.

Auf Richteranweisung geht der HF sofort in normaler Gangart, auf direktem Weg zu seinem Hund

und nimmt ihn mit dem HZ für "in Grundstellung gehen“ in die Grundstellung.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten entsprechend :

Energische Verteidigung mit kräftigem Zufassen, voller und ruhiger Griff bis zum Ablassen, nach

dem Ablassen aufmerksames Bewachen dicht am Helfer.

Verlässt der Hund in der Bewachungsphase den Helfer oder gibt der HF ein HZ, damit der Hund am

Helfer bleibt, wird die Übung im Mangelhaft bewertet.

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Verlässt der Hund den HF während des Anmarsches, ist dieser zu Wiederholen und vom LR mit „0

Punkten“ zu bewerten. Entfernt sich der Hund beim zweiten Versuch wieder ist eine

„Disqualifikation“ auszusprechen und die Schutzarbeit zu beenden.

3. Angriff auf den HF und seinen Hund 40 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "abwehren“, "ablassen“, „in Grundstellung gehen“, "fussgehen“

b) Ausführung: Der Hund wird am Halsband gehalten, darf aber dabei vom HF nicht stimuliert

werden. Auf Anweisung des LR geht der Helfer in normalen Schritt von HF und Hund weg. Nach

ca. 40 Schritten dreht sich der Helfer zum HF und greift den HF und seinen Hund unter Abgabe von

Vertreibungslauten und heftig drohenden Bewegungen frontal an. Auf Anweisung des LR gibt der

HF seinen Hund in einer Entfernung von ca. 30 Schritten mit dem HZ für „abwehren“ frei. Der

Hund muss den Angriff ohne zu zögern durch energisches und kräftiges Zufassen abwehren. Er darf

dabei nur am Schutzarm des HL angreifen. Der HF selbst darf seinen Standort nicht verlassen. Auf

Anweisung des LR stellt der Helfer ein. Nach dem Einstellen des Helfers muss der Hund sofort

ablassen. Der HF kann ein HZ für "ablassen“ in angemessener Zeit selbständig geben.

Lässt der Hund nach dem ersten erlaubten HZ nicht ab, so erhält der HF die Richteranweisung für

bis zu zwei weiteren HZ für "ablassen“. Wenn der Hund nach diesen HZ (einem erlaubten und zwei

zusätzlichen) nicht ablässt, erfolgt Disqualifikation. Während des HZ für "ablassen“ muss der HF

ruhig stehen, ohne auf den Hund einzuwirken. Nach dem Ablassen muss der Hund dicht am Helfer

bleiben und diesen aufmerksam bewachen. Auf Richteranweisung geht der HF sofort in normaler

Gangart, auf direktem Weg zu seinem Hund und nimmt ihn mit dem HZ für "in Grundstellung

gehen“ in die Grundstellung. Der HF leint seinen Hund an.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten entsprechend :

Energische Verteidigung mit kräftigem Zufassen, voller und ruhiger Griff bis zum Ablassen, nach

dem Ablassen aufmerksames Bewachen dicht am Helfer.

Verlässt der Hund in der Bewachungsphase den Helfer oder gibt der HF ein HZ, damit der

Hund am Helfer bleibt, wird die Übung im Mangelhaft bewertet.

5. Transport zum LR 5 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fussgehen“

b) Ausführung: Es folgt ein Seitentransport des Helfers zum PR über eine Distanz von etwa 10

Schritten. Ein HZ für "fussgehen“ ist erlaubt. Der Hund hat an der rechten Seite des Helfers zu

gehen, so dass sich der Hund zwischen dem Helfer und dem HF befindet. Der Hund muss während

des Transportes den Helfer aufmerksam beobachten. Er darf dabei jedoch den Helfer nicht

bedrängen, anspringen oder fassen. Vor dem LR hält die Gruppe an und meldet die Abteilung C

beendet.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten

entsprechend: Aufmerksames beobachten des Helfers, exaktes Fußgehen an lockerer Leine.

IPO- Vorstufe (IPO -V)

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gliedert sich in:

Abteilung A 100 Punkte

Abteilung B 100 Punkte

Abteilung C 100 Punkte

Gesamt: 300 Punkte

Allgemeines

Diese Vorstufe zur IPO-1 Prüfung wurde von der Kommission für Gebrauchshunde der FCI

ausgearbeitet. Diese Prüfung kann verwendet werden:

1. als Zulassungsprüfung (CACIB- Prüfung) zur Gebrauchshundeklasse

2. als eine Bedingung zur Zulassung zur IPO-1, wobei jede LAO selbst entscheiden kann, ob

sie diese Prüfung für ihren Bereich vorschreibt.

Der IPO-V wurde in deutscher Sprache von der Kommission beraten und ausgearbeitet. In

Zweifelsfällen, insbesondere bei Übersetzungen in andere Sprachen ist der deutsche Text

maßgebend.

Wenn nicht ausdrücklich anders angeführt, gelten sinngemäß die Bestimmungen des „Allgemeinen

Teiles“ der geltenden IPO 2011.

Zulassungsbestimmungen

Zulassungsbestimmungen

Zur Ablegung dieser Prüfung ist Vorbedingung, dass der betreffende Hund mindestens 15 Monate

alt ist und die VDH-BH/VT- Prüfung abgelegt und bestanden hat.

Es dürfen keine Ausnahmen gemacht werden. Eine IPO-V entspricht drei Abteilungen, so dass von einem LR

pro Tag maximal 10 IPO-V gerichtet werden dürfen.

Unbefangenheitsprobe

Zu Beginn jeder Prüfung, vor der ersten abzuleistenden Abteilung, muss der LR den Hund einer

Unbefangenheitsprobe (Wesenstest) unterziehen. Siehe geltende IPO „Unbefangenheitsprobe“.

IPO V Abteilung "A"

Eigenfährte, ca. 200 Schritte, 2 Schenkel, 1 Winkel (ca. 90°), ein dem HF gehörender Gegenstand,

ohne Wartezeit auszuarbeiten, Ausarbeitungszeit 10 min.

Ansatz 10 Punkte

Halten der Fährte (29 +30) 59 Punkte

Winkel 10 Punkte

Gegenstand 21 Punkte

Gesamt 100 Punkte

(Wenn der Hund keine Gegenstände gefunden hat, kann die Bewertung maximal befriedigend

sein.)

Allgemeine Bestimmungen:

Die Abgangsstelle der Fährte muss durch ein Schild gut gekennzeichnet sein, welches unmittelbar

links neben der Abgangsstelle in den Boden gesteckt wird.

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Der HF (= Fährtenleger) hat vor dem Legen der Fährte dem LR oder Fährtenverantwortlichen den

Gegenstand zu zeigen. Es darf nur ein gut vom HF verwitterter Gegenstand, mit ca. 15 cm Länge, 3

- 5 cm Breite, ca. 1 cm Dicke und farblich dem Gelände angepasst, verwendet werden. Der HF

(=Fährtenleger) verweilt kurz am Ansatz und geht dann mit normalen Schritten in die angewiesene

Richtung. Der Winkel wird ebenfalls in normaler Gangart gebildet, der Gegenstand am Ende der Fährte

abgelegt.

Der LR, und Begleitpersonen dürfen sich während der Arbeit des Hundes nicht in dem Bereich aufhalten, in

dem das Team (HF und Hund) das Recht hat zu suchen.

a) Ein Hörzeichen für : "suchen“

b) Ausführung: Der HF bereitet seinen Hund zur Fährte vor. Der Hund kann frei suchen oder

an 10 m langer Leine. Die 10 m lange Fährtenleine kann über den Rücken, seitlich oder zwischen

den Vorder- und/oder Hinterläufen geführt werden. Sie kann entweder direkt am, nicht auf Zug

eingestellten, Halsband oder an der Anbindevorrichtung des Suchgeschirres (erlaubt sind

Brustgeschirr oder Böttgergeschirr, ohne zusätzliche Riemen) befestigt sein. Nach Aufruf meldet

sich der HF mit seinem Hund in Grundstellung beim LR und gibt an, ob sein Hund den Gegenstand

aufnimmt oder verweist. Vor der Fährte, während des Ansetzens und der gesamten Fährte ist

jeglicher Zwang zu unterlassen. Auf Anweisung des LR wird der Hund langsam und ruhig zur

Abgangsstelle geführt und angesetzt. Der Hund muss am Ansatz intensiv, ruhig und mit tiefer Nase

Witterung nehmen. Der Hund muss dann mit tiefer Nase, in gleichmäßigem Tempo, intensiv dem

Fährtenverlauf folgen. Der HF folgt seinem Hund in 10 m Entfernung am Ende der Fährtenleine.

Bei Freisuche ist ebenfalls der Abstand von 10 m einzuhalten. Die Fährtenleine darf, wenn sie vom

HF nicht aus der Hand gelassen wird, durchhängen. Der Hund muss den Winkel sicher ausarbeiten.

Sobald der Hund den Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des HF sofort

aufnehmen oder überzeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben, sich setzen oder

auch zum HF kommen. Wenn der Hund „auf nimmt“ und zum HF kommt, soll den HF stehen

bleiben. Weitergehen mit dem Gegenstand oder Aufnehmen im Liegen sind fehlerhaft. Das

Verweisen kann liegend, sitzend oder stehend erfolgen. Hat der Hund den Gegenstand verwiesen

oder aufgenommen, legt der HF die Fährtenleine ab und begibt sich zu seinem Hund. Durch

Hochheben des Gegenstandes zeigt er an, dass der Hund gefunden hat.

c) Bewertung: Das Suchtempo ist dann kein Kriterium bei der Bewertung, wenn die Fährte

intensiv, gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird und der Hund dabei ein positives

Suchverhalten zeigt. Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht fehlerhaft. Faseln, hohe

Nase, Entleeren, Kreisen an den Winkeln, dauernde Aufmunterungen, Leinen- oder verbale Hilfen

im Bereich des Fährtenverlaufs oder am Gegenstand, fehlerhaftes Aufnehmen oder fehlerhaftes

Verweisen des Gegenstandes, Fehlverweisen, entwerten entsprechend. Wenn der HF die Fährte um

mehr als eine Fährtenleine verlässt, wird die Fährte abgebrochen. Verlässt der Hund die Fährte und

wird dabei vom HF zurückgehalten, erfolgt die Richteranweisung, dem Hund zu folgen. Wird diese

Richteranweisung nicht befolgt, ist die Fährtenarbeit vom LR abzubrechen. Ist innerhalb von 10

Minuten nach dem Ansatz an der Abgangsstelle das Ende der Fährte nicht erreicht, wird die

Fährtenarbeit vom LR abgebrochen. Die bis zum Abbruch gezeigte Leistung wird bewertet.

Die Bewertung der Schenkel erfolgt nach Noten und Punkten. Sucht der Hund nicht (längeres

Verweilen am selben Platz ohne zu suchen) kann die Fährte auch dann abgebrochen werden, wenn

sich der Hund noch auf der Fährte befindet.

IPO V Abteilung B

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P PPr rrü üüf ffu uun nng ggs sso oor rrd ddn nnu uun nng gge een nn 2 220 001 111 11

Seite 31

Übung 1 : Leinenführigkeit 30 Punkte

Übung 2 Freifolgen 20 Punkte

Übung 3 : Ablegen in Verbindung mit Herankommen 15 Punkte

Übung 4 : Bringen 10 Punkte

Übung 5 : Sprung über eine Hürde 10 Punkte

Übung 6 : Ablegen unter Ablenkung 15 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Allgemeine Bestimmungen:

Wenn nicht ausdrücklich anders angeführt, gelten sinngemäß die Bestimmungen des Allgemeinen

Teiles der IPO-2003

Für die Grundstellung ist ein HZ für „absitzen“ erlaubt.

1. Leinenführigkeit 30 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fuß gehen“

b) Ausführung: Der HF begibt sich mit seinem angeleinten Hund zum LR, geht in

Grundstellung und stellt sich vor. Aus der Grundstellung muss der Hund dem HF auf das HZ für

"fuß gehen“ aufmerksam, freudig folgen, mit dem Schulterblatt immer in Kniehöhe an der linken

Seite des HF bleiben. Die Leine darf nicht gespannt sein. Zu Beginn der Übung geht der HF mit

seinem Hund 30 Schritte ohne anzuhalten geradeaus, nach der Kehrtwendung sind mindestens eine

Rechts- und eine Linkswendung auszuführen. Während der HF mit dem Hund die erste Gerade geht,

sind zwei Schüsse (Kaliber 6 mm) im Zeitabstand von 5 Sekunden in einer Entfernung von

mindestens 15 Schritte zum Hund, abzugeben. Der Hund muss sich schussgleichgültig verhalten.

Der HF geht mit seinem Hund auf Anweisung des LR in eine sich bewegende Gruppe von

mindestens vier Personen. Der HF muss mit seinem Hund einmal in der Gruppe anhalten. Der HF

mit seinem Hund verlässt die Gruppe, nimmt Grundstellung ein und leint seinen Hund ab.

c) Bewertung: Vorlaufen, seitliches Abweichen, zurückbleiben, zusätzliche HZ, Körperhilfen,

Unaufmerksamkeit und/oder Gedrücktheit des Hundes entwerten entsprechend.

2. Freifolge 20 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fuß gehen

b) Ausführung: Aus der Grundstellung muss der Hund dem HF auf das HZ für "fuß gehen“

aufmerksam, freudig folgen, mit dem Schulterblatt immer in Kniehöhe an der linken Seite des HF

bleiben. Zu Beginn der Übung geht der HF mit seinem frei folgende Hund 30 Schritte ohne

anzuhalten geradeaus, nach der Kehrtwendung sind mindestens eine Rechts-, und eine

Linkswendung auszuführen. Am Ende der Übung hält der HF an, geht in Grundstellung und leint

seinen Hund an.

c) Bewertung: Vorlaufen, seitliches Abweichen, zurückbleiben, langsames oder zögerndes

Absitzen, zusätzliche HZ, Körperhilfen, Unaufmerksamkeit, und/oder Gedrücktheit des Hundes

entwerten entsprechend.

3. Ablegen in Verbindung mit Herankommen 15 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fuß gehen“, "ablegen“, "herankommen“, "in Grundstellung gehen“

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Seite 32

b) Ausführung: Aus der Grundstellung geht der HF mit seinem frei folgenden Hund geradeaus.

Nach 10-15 Schritten muss sich der Hund auf das HZ für "ablegen“ sofort ablegen, ohne dass der

HF seine Gangart unterbricht, verändert oder sich umsieht. Der HF geht noch etwa 15 Schritte

geradeaus, bleibt stehen und dreht sich sofort zu seinem ruhig liegenden Hund um. Auf Anweisung

des LR ruft der HF seinen Hund mit dem HZ für "herankommen“ und/oder dem Namen des Hundes

zu sich. Der Hund muss freudig, schnell und direkt herankommen und sich dicht und gerade vor den

HF setzen. Auf das HZ für "in Grundstellung gehen“ muss sich der Hund schnell und gerade links

neben seinem HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe absetzen. Der Hund wird angeleint.

c) Bewertung: Fehler in der Entwicklung, langsames Hinlegen, unruhiges Liegen, langsames

Hereinkommen, Grätschstellung des HF, Fehler beim Vorsitzen und beim Abschluss entwerten

entsprechend. Sitzt oder steht der Hund nach dem HZ für "ablegen“ werden hierfür 7 Punkte

abgezogen.

4. Bringen 10 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "bringen“, "abgeben“, "in Grundstellung gehen“

b) Ausführung: In der Grundstellung wird der Hund abgeleint. Der HF wirft einen ihm

gehörenden Gegenstand mindestens 5 Schritte weit weg. Das HZ für "bringen“ darf erst gegeben

werden, wenn der Gegenstand ruhig liegt. Der ruhig und frei neben seinem HF sitzende Hund muss

auf das HZ für "bringen“ schnell und direkt zum Gegenstand laufen, ihn sofort aufnehmen und

seinem HF schnell und direkt bringen. Der Hund muss sich dicht und gerade vor seinen HF setzen

und den Gegenstand so lange ruhig im Fang halten, bis ihm der HF nach einer Pause von ca. 3 Sek.

den Gegenstand mit dem HZ für "abgeben“ abnimmt. Auf das HZ für "in Grundstellung gehen“

muss sich der Hund schnell und gerade links neben seinen HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe

absetzen. Der HF darf während der gesamten Übung seinen Standort nicht verlassen. Am Ende der

Übung wird der Hund angeleint.

c) Bewertung: Fehler in der Grundstellung, langsames Hinlaufen, Fehler beim Aufnehmen,

langsames Zurückkommen, Fallenlassen, Spielen oder Knautschen mit dem Gegenstand,

Grätschstellung des HF, Fehler beim Vorsitzen und Abschluss entwerten entsprechend. Hilfen des

HF ohne Veränderung des Standortes entwerten ebenfalls. Verlässt der HF seinen Standort bevor

der Abschluss erfolgt ist, wird die Übung mit Mangelhaft bewertet. Bringt der Hund nicht, ist die

Übung mit 0 Punkten zu bewerten.

5. Springen über eine Hürde (80 cm) 10 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "springen“, "herankommen“, „zurückspringen“, "in Grundstellung

gehen“

b) Ausführung: Der HF nimmt mit seinem Hund mindestens 5 m. vor der Hürde Grundstellung

ein und leint seinen Hund ab. Der ruhig und frei neben seinem HF sitzende Hund muss auf das HZ

für "springen“ im Freisprung über die Hürde springen, und auf die HZ für „herankommen“ und

„zurückspringen“ sofort im Freisprung über die Hürde zurückspringen und sich dicht und gerade

vor seinen HF setzen. Auf das HZ für "in Grundstellung gehen“ muss sich der Hund schnell und

gerade links neben seinen HF mit dem Schulterblatt auf Kniehöhe absetzen. Der HF kann beim HZ

für „springen“ zwei Schritte mitgehen. Am Ende der Übung wird der Hund angeleint.

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c) Bewertung: Fehler in der Grundstellung, zögerndes Springen, Fehler beim Vorsitzen und

Abschluss, HF-Hilfen entwerten entsprechend. Für Streifen des Hundes an der Hürde müssen pro

Sprung bis zu 1 Punkt, für Aufsetzen bis zu 2 Punkte entwertet werden.

6. Ablegen des Hundes unter Ablenkung 15 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "ablegen“, "aufsetzen“

b) Ausführung: Zu Beginn der Abteilung B eines anderen Hundes begibt sich der HF mit

seinem Hund zu einem vom LR angewiesenen Platz und leint seinen Hund in der Grundstellung ab.

Dann legt der HF seinen Hund mit dem HZ für "ablegen“ ab, und zwar ohne die Führleine oder

irgendeinen Gegenstand bei ihm zu lassen. Nun geht der HF, ohne sich umzusehen, innerhalb des

Prüfungsgeländes wenigstens 20 Schritte vom Hund weg und bleibt in Sicht des Hundes mit dem

Rücken zu ihm ruhig stehen. Der Hund muss ohne Einwirkung des HF ruhig liegen, während der

andere Hund die Übungen 1 bis 3 zeigt. Auf Anweisung des LR geht der HF zu seinem Hund und

stellt sich an dessen rechte Seite. Der Hund muss sich nach Anweisung des LR auf das HZ für

"aufsetzen“ schnell und gerade in die Grundstellung aufsetzen. Der Hund wird angeleint.

c) Bewertung: Unruhiges Verhalten des HF sowie andere versteckte Hilfen, unruhiges Liegen

des Hundes bzw. zu frühes Aufstehen/Aufsitzen des Hundes beim Abholen entwerten entsprechend.

Steht oder sitzt der Hund, bleibt aber am Ablageplatz, erfolgt eine Teilbewertung. Entfernt sich der

Hund vor Vollendung der Übung 3 des vorgeführten Hundes um mehr als 3 Meter vom

Ablageplatz, so ist die Übung mit 0 zu bewerten.

IPO V Abteilung "C"

Übung 1 : Stellen und Verbellen 15 Punkte

Übung 2 : Verhinderung eines Fluchtversuches des Helfers 30 Punkte

Übung 3 : Angriff auf den HF und seinen Hund 50 Punkte

Übung 4 : Transport zum LR 5 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Allgemeine Bestimmungen:

Wenn nicht ausdrücklich anders angeführt, gelten sinngemäß die Bestimmungen des Allgemeinen

Teiles der IPO-2003

Es erfolgt keine TSB- Bewertung. Der Helfer verwendet einen Softstock zur Bedrohung des

Hundes, ohne jedoch zuzuschlagen.

Das HZ für das "Ablassen" ist bei allen Verteidigungsübungen einmal erlaubt. Bewertung für das

"Ablassen" siehe untenstehende Tabelle.

Zögerndes

Ablassen

Erstes Zusatz-

HZ mit

sofortigem

Ablassen

Erstes Zusatz-

HZ mit

zögerndem

Ablassen

Zweites

Zusatz- HZ

mit sofortigem

Ablassen

Zweites

Zusatz- HZ

mit zögerndem

Ablassen

Kein Ablassen

nach 2.

Zusatz- HZ

bzw. weitere

Einwirkungen

0,5 – 3,0 3,0 3,5 – 6,0 6,0 6,5 – 9,0 Disqualifikation

1. Stellen und Verbellen 15 Punkte

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a) Je ein Hörzeichen für: „Revieren“

b) Ausführung: Der Helfer befindet sich in ca. 20 Schritten Entfernung zum HF und seinem

Hund, für den Hund nicht sichtbar, in einem Versteck. Auf Anweisung des LR leint der HF seinen

Hund ab sendet ihn mit einem Hörzeichen für "Revieren“ und/oder Sichtzeichen mit dem Arm, zum

Versteck. Der Hund muss den Helfer aktiv, aufmerksam stellen und anhaltend verbellen. Der Hund

darf den Helfer weder anspringen, noch darf er zufassen. Der HF geht sofort auf Anweisung des LR

zum Hund und hält ihn am Halsband fest.

c) Bewertung: Einschränkungen beim anhaltenden, fordernden Verbellen und drangvollen

Stellen entwerten entsprechend. Bei Belästigen des Helfers z.B. anstoßen, anspringen usw. müssen

bis zu 3, bei starkem Fassen bis zu 12 Punkte abgezogen werden. Bleibt der Hund nicht am Helfer,

erfolgt eine Teilbewertung im Mangelhaft. Nimmt der Hund den Helfer nicht an, wird die Abteilung

C abgebrochen.

2. Verhinderung eines Fluchtversuches des Helfers 30 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "ablassen“

b) Ausführung: Während der HF seinen Hund am Halsband festhält, tritt der Helfer aus dem

Versteck und unternimmt einen Fluchtversuch. Auf Anweisung des LR gibt der HF seinen Hund

frei. Der Hund muss den Fluchtversuch selbständig durch energisches und kräftiges Zufassen

wirksam vereiteln. Er darf dabei nur am Schutzarm des HL angreifen. Auf Anweisung des LR steht

der Helfer still. Nach dem Einstellen des Helfers muss der Hund sofort ablassen. Der HF kann ein

HZ für "ablassen“ in angemessener Zeit selbständig geben.

Lässt der Hund nach dem ersten erlaubten HZ nicht ab, so erhält der HF die Richteranweisung für

bis zu zwei weiteren HZ für "ablassen“. Lässt der Hund nach dem dritten HZ (einem erlaubten und

zwei zusätzlichen) nicht ab, erfolgt Disqualifikation. Während des HZ "ablassen“ muss der HF

ruhig stehen, ohne auf den Hund einzuwirken. Nach dem Ablassen muss der Hund dicht am Helfer

bleiben und diesen aufmerksam bewachen. Der HF geht sofort auf Anweisung des LR zum Hund

und hält ihn am Halsband fest.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten

entsprechend: Schnelles, energisches Reagieren und Nachgehen mit kräftigem Zufassen und

wirksamem Verhindern der Flucht, voller und ruhiger Griff bis zum Ablassen, aufmerksames

Bewachen dicht am Helfer. Hat der Hund nicht innerhalb ca. 20 Schritten die Flucht durch Zufassen

und Festhalten vereitelt, wird die Abteilung C abgebrochen.

3. Angriff auf den HF und seinen Hund 50 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "abwehren“, "ablassen“, „in Grundstellung gehen“, "fuß gehen“

b) Ausführung: Der Hund wird am Halsband gehalten, darf aber dabei vom HF nicht stimuliert

werden. Auf Anweisung des LR geht der Helfer in normalen Schritt von HF und Hund weg. Nach

ca. 20 Schritten dreht sich der Helfer zum HF und greift den HF und seinen Hund unter Abgabe von

Vertreibungslauten und heftig drohenden Bewegungen frontal an. Der HF gibt seinen Hund mit dem

HZ für "abwehren" frei. Der Hund muss den Angriff ohne zu zögern durch energisches und

kräftiges Zufassen abwehren. Er darf dabei nur am Schutzarm des HL angreifen. Der HF selbst darf

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seinen Standort nicht verlassen. Auf Anweisung des LR stellt der Helfer ein. Nach dem Einstellen

des Helfers muss der Hund sofort ablassen. Der HF kann ein HZ für "ablassen“ in angemessener

Zeit selbständig geben.

Lässt der Hund nach dem ersten erlaubten HZ nicht ab, so erhält der HF die Richteranweisung für

bis zu zwei weiteren HZ für "ablassen“. Wenn der Hund nach diesen HZ (einem erlaubten und zwei

zusätzlichen) nicht ablässt, erfolgt Disqualifikation. Während des HZ für "ablassen“ muss der HF

ruhig stehen, ohne auf den Hund einzuwirken. Nach dem Ablassen muss der Hund dicht am HL

bleiben und diesen aufmerksam bewachen. Auf Richteranweisung geht der HF sofort in normaler

Gangart, auf direktem Weg zu seinem Hund und nimmt ihn mit dem HZ für "in Grundstellung

gehen“ in die Grundstellung. Der HF leint seinen Hund an.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten

entsprechend: Energische Verteidigung mit kräftigem Zufassen, voller und ruhiger Griff bis zum

Ablassen, nach dem Ablassen aufmerksames Bewachen dicht am Helfer.

Verlässt der Hund in der Bewachungsphase den Helfer oder gibt der HF ein HZ, damit der Hund am

Helfer bleibt, wird die Übung im Mangelhaft bewertet.

5. Transport zum LR 5 Punkte

a) Je ein Hörzeichen für: "fuß gehen“

b) Ausführung: Es folgt ein Seitentransport des Helfers zum LR über eine Distanz von etwa 10

Schritten. Ein HZ für "fuß gehen“ ist erlaubt. Der Hund hat an der rechten Seite des Helfers zu

gehen, so dass sich der Hund zwischen dem Helfer und dem HF befindet. Der Hund muss während

des Transportes den Helfer aufmerksam beobachten. Er darf dabei jedoch den Helfer nicht

bedrängen, anspringen oder fassen. Vor dem LR hält die Gruppe an und meldet die Abteilung C

beendet.

c) Bewertung: Einschränkungen in den wichtigen Beurteilungskriterien entwerten

Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) Stufen A 1 bis A 3

Höchstpunktzahl 200

Die VPG A 1 - 3-Prüfungen bestehen nur aus den Abteilungen B und C der VPG 1 - 3-Prüfungen.

Eine Fährtenarbeit wird bei diesen Prüfungen nicht gezeigt.

Ein Ausbildungskennzeichen im Sinne der Schau- bzw. der Ausstellungsordnung,

Zuchtordnung und Körordnung wird nicht vergeben.

Höchstpunktzahl Vorzüglich Sehr Gut Gut Befriedigend Mangelhaft

200 Punkte 191 - 200 180 - 190 160 - 179 140 - 159 0 - 139

Fährtenprüfung 1 – 3 (FPr 1 – 3)

Die Fährtenprüfungen in den Stufen 1 bis 3 bestehen nur aus der Abteilung „A“ der VPGPrüfungsstufen

1 bis 3. Sie können zur Ergänzung des Teilnehmerfeldes durchgeführt werden, wenn

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mindestens vier Teilnehmer in den Sparten BH-VT/VPG/IPO oder FH an den Start gehen. Es bleibt

dem Hundeführer freigestellt, in welcher Stufe sein Hund vorgeführt wird.

Ein Ausbildungskennzeichen im Sinne der Schau- bzw. der Ausstellungsordnung,

Zuchtordnung und Körordnung wird nicht vergeben.

Höchstpunktzahl Vorzüglich Sehr Gut Gut Befriedigend Mangelhaft

100 Punkte 96 – 100 90 – 95 80 – 89 70 – 79 0 - 69

Unterordnungsprüfung 1 – 3 (UPr 1 – 3)

Die Unterordnungsprüfungen in den Stufen 1 bis 3 bestehen nur aus der Abteilung „B“ der VPGPrüfungsstufen

1 bis 3. Sie können zur Ergänzung des Teilnehmerfeldes durchgeführt werden, wenn

mindestens vier Teilnehmer in den Sparten BH-VT/VPG/IPO oder FH an den Start gehen. gehen. Es

bleibt dem Hundeführer freigestellt, in welcher Stufe sein Hund vorgeführt wird.

Ein Ausbildungskennzeichen im Sinne der Schau- bzw. der Ausstellungsordnung,

Zuchtordnung und Körordnung wird nicht vergeben.

Höchstpunktzahl Vorzüglich Sehr Gut Gut Befriedigend Mangelhaft

100 Punkte 96 – 100 90 – 95 80 – 89 70 – 79 0 - 69

Die Unterordnungsprüfung muss nicht zwingend in der Reihenfolge 1 bis 3 geführt werden.

Schutzdienstprüfung 1 – 3 (SPr 1 – 3)

Die S-Prüfungen in den Stufen 1 bis 3 bestehen nur aus der Abteilung „C“ der VPG- Prüfungsstufen

1 bis 3. Sie können zur Ergänzung des Teilnehmerfeldes durchgeführt werden, wenn mindestens

vier Teilnehmer in den Sparten BH-VT/VPG/IPO oder FH an den Start gehen. gehen. Es bleibt dem

Hundeführer freigestellt, in welcher Stufe sein Hund vorgeführt wird.

Ein Ausbildungskennzeichen im Sinne der Schau- bzw. der Ausstellungsordnung,

Zuchtordnung und Körordnung wird nicht vergeben.

Hinweis: Reine Wettkämpfe in der Abteilung C sind nicht zulässig.

Höchstpunktzahl Vorzüglich Sehr Gut Gut Befriedigend Mangelhaft

100 Punkte 96 – 100 90 – 95 80 – 89 70 – 79 0 - 69

Die Schutzdienstprüfung muss nicht zwingend in der Reihenfolge 1 bis 3 geführt werden.

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Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) Stufen 1 - 3

Anforderungen VPG Stufe 1

Abt A Fährtenarbeit Abt B Unterordnung Abt C Schutzdienst

Mindestens 300 Schritte,

Eigenfährte, mindestens 20

Minuten alt, 2 Winkel (ca.

Freifolgen (20 Punkte) Revieren nach dem Helfer (5

Punkte)

90 Grad), 3 Schenkel,

2 Gegenstände:

( 11, 10 Punkte)

Sitz aus der Bewegung (10

Punkte)

Stellen und Verbellen (10

Punkte)

Ausarbeitungszeit 15

Minuten

Ablegen aus dem

Normalschritt in Verbindung

mit Herankommen (10 Punkte)

Verhinderung eines

Fluchtversuches des Helfers

(20 Punkte)

Wechselgelände möglich Bringen auf ebener Erde (10

Punkte)

Abwehr eines Angriffes aus

der Bewachungsphase (35

Punkte)

Bringen über eine Hürde (15

Punkte)

Angriff auf den Hund aus

der Bewegung (30 Punkte)

Bringen über eine Schrägwand

(15 Punkte)

Halten der Fährte:

79 Punkte

Voraussenden mit Hinlegen

(10 Punkte)

Gegenstände:

21. Punkte

Ablegen unter Ablenkung (10

Punkte

Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte

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Anforderungen VPG Stufe 2

Abt A Fährtenarbeit Abt B Unterordnung Abt C Schutzdienst

Mindestens 400 Schritte,

Fremdfährte, mindestens

30 Minuten alt, 2 Winkel

Freifolgen (10 Punkte) Revieren nach dem Helfer (5

Punkte)

(ca. 90 Grad), 3 Schenkel,

2 Gegenstände

( 11, 10 Punkte),

Sitz aus der Bewegung (10

Punkte)

Stellen und Verbellen (10

Punkte)

Ausarbeitungszeit 15

Minuten

Ablegen aus dem

Normalschritt in Verbindung

mit Herankommen (10 Punkte)

Verhinderung eines

Fluchtversuches des Helfers

(10 Punkte)

Wechselgelände möglich Stehen aus dem Schritt (10

Punkte)

Abwehr eines Angriffes aus

der Bewachungsphase (20

Punkte)

Bringen auf ebener Erde (10

Punkte)

Rückentransport (5 Punkte)

Bringen über eine Hürde (15

Punkte)

Überfall aus dem

Rückentransport (25 Punkte)

Bringen über eine Schrägwand

(15 Punkte)

Angriff auf den Hund aus

der Bewegung (25 Punkte)

Halten der Fährte:

79 Punkte

Voraussenden mit Hinlegen

(10 Punkte)

Gegenstände:

21 Punkte

Ablegen unter Ablenkung (10

Punkte

Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte

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Anforderungen VPG Stufe 3

Abt A Fährtenarbeit Abt B Unterordnung Abt C Schutzdienst

Mindestens 600 Schritte

Fremdfährte, mindestens

Freifolgen (10 Punkte) Revieren nach dem Helfer

(10 Punkte)

60 Minuten alt, 4 Winkel

(ca. 90 Grad), 5 Schenkel,

Sitz aus der Bewegung (10

Punkte)

Stellen und Verbellen (10

Punkte)

3 Gegenstände (7-7-7)

Punkte), Ausarbeitungszeit

20 Minuten

Ablegen aus dem Laufschritt

in Verbindung mit

Herankommen (10 Punkte)

Verhinderung eines

Fluchtversuches des Helfers

(10 Punkte)

Wechselgelände möglich Stehen aus dem Laufschritt (10

Punkte)

Abwehr eines Angriffes aus

der Bewachungsphase (20

Punkte)

Bringen auf ebener Erde (10

Punkte)

Rückentransport (5 Punkte)

Bringen über eine Hürde (15

Punkte)

Überfall aus dem

Rückentransport (15 Punkte)

Bringen über eine Schrägwand

(15 Punkte)

Angriff auf den Hund aus

der Bewegung (10 Punkte)

Halten der Fährte:

79 Punkte

Voraussenden mit Hinlegen

(10 Punkte)

Abwehr eines Angriffes aus

der Bewachungsphase (20

Punkte)

Gegenstände:

21 Punkte

Ablegen unter Ablenkung (10

Punkte)

Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte Gesamt 100 Punkte

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Abteilung A - Fährtenarbeit

Halten der Fährte : 79 Punkte

Gegenstände 21 Punkte

Gesamt 100 Punkte

Anforderungen:

Stufe

Fährtenleger

Länge d.

Fährte in

Schritten ca.

Alter d.

Fährte

(Minuten)

Ausarbeitungszeit

Anz. d.

Schenkel

Anz. d.

Winkel

VPG A entfällt -- -- -- -- --

VPG 1 Eigenfährte min 300 min 20 15 Min 3 2 (ca. 90°)

VPG 2 Fremdfährte min 400 min 30 15 Min 3 2 (ca. 90°)

VPG 3 Fremdfährte min 600 min 60 20 Min 5 4 (ca. 90°)

Stufe

Anzahl der

Gegenstände

Punkte je

Gegenstand

Hörzeichen Weitere Anforderungen

VPG A -- -- --

VPG 1 2 11 - 10 „Such“ Wechselgelände möglich

VPG 2 2 11 - 10 „Such“ Wechselgelände möglich

VPG 3 3 7 - 7 - 7 „Such“ Wechselgelände möglich

Bei überörtlichen Veranstaltungen (z. B. Ausscheidungsprüfungen und Meisterschaften) können die

VDH-MV eigene Regelungen aufstellen.

1. Allgemeine Bestimmungen

Der amtierende Leistungsrichter oder der Fährtenverantwortliche, der ebenfalls Leistungsrichter

oder zugelassener Leistungsrichter Anwärter sein muss, bestimmt unter Anpassung an das

vorhandene Fährtengelände den Verlauf der Fährte. Die Fährten müssen verschieden gelegt werden.

Es darf nicht sein, dass z.B. bei jeder Fährte die einzelnen Winkel und Gegenstände in der gleichen

Entfernung bzw. in gleichen Abständen liegen.

Der Leistungsrichter und die Begleitpersonen dürfen sich während der Arbeit des Hundes nicht in

dem Bereich aufhalten, in dem das Team (Hundeführer und Hund) das Recht hat, zu suchen.

Die Reihenfolge der Teilnehmer wird durch den Leistungsrichter ausgelost.

2. Fährtenfähiger Untergrund

Als fährtenfähiger Untergrund kommen alle natürlichen Böden, wie z. B. Wiese, Acker und

Waldboden in Frage.

Sichtfährten sind soweit wie möglich zu vermeiden. In allen Prüfungsstufen ist in Anpassung an das

vorhandene Fährtengelände Wechselgelände möglich.

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3. Fährtengegenstände

Der FL (VPG 1 = Hundeführer, VPG 2 und 3 = fremde Person) hat vor dem Legen der Fährte dem

Leistungsrichter oder dem Fährtenverantwortlichen die Gegenstände zu zeigen. Es dürfen nur gut

durch den FL (mindestens 30 Minuten lang) selbst verwitterte Gegenstände verwendet werden.

Innerhalb einer Fährte müssen unterschiedliche Gegenstände verwendet werden (Material: z.B.

Leder, Textilien, Holz). Die Gegenstände müssen eine Länge von ca. 10 cm, eine Breite von 2 - 3

cm, eine Dicke von 0,5 - 1 cm aufweisen Die Gegenstände dürfen sich optisch nicht wesentlich vom

Fährtenuntergrund abheben.

Bei überörtlichen Veranstaltungen sind die Gegenstände mit Nummern zu versehen. Die Nummern

der Gegenstände müssen mit der Fährtennummer übereinstimmen.

4. Legen der Fährte

Dem amtierenden Leistungsrichter bzw. Fährtenbeauftragten , der ebenfalls Leistungsrichter sein

muss, obliegt:

- das Einteilen des Fährtenverlaufes,

- das Einweisen der Fährtenleger,

- das Legen der Fährten zu beaufsichtigen.

Der Verlauf der einzelnen Fährte ist dem vorhandenen Gelände anzupassen.

Beim Legen der Fährten ist darauf zu achten, dass sie in natürlicher Gangart gelegt werden.

Hilfestellungen des FL durch unnatürliche Gangart im Bereich der Schenkel, Winkel, Gegenstände

sind im Gesamtbereich der Fährte nicht zugelassen.

Insbesondere die FL ab der Stufe 2 müssen Erfahrung im Legen von Fährten haben.

4.1 Ansatz

Die Abgangsstelle der Fährte muss durch ein Schild gut gekennzeichnet sein, welches unmittelbar

links neben der Abgangsstelle in den Boden gesteckt wird und dort bis zum Ende der jeweiligen

Fährtenarbeit verbleibt.

Der FL (VPG 1 = Hundeführer, VPG 2 und 3 = fremde Person) verweilt kurz am Ansatz und geht

dann mit normalen Schritten in die angewiesene Richtung. Scharren oder ein Unterbrechen der

Gangart ist nicht gestattet.

4.2 Schenkel

Die Anzahl der Schenkel bestimmt die jeweilige Prüfungsstufe der PO.

Sie sind in normaler Gangart zu legen, ohne zu scharren oder zu unterbrechen. Der Abstand

zwischen den einzelnen Schenkeln muss mindestens 30 Schritte betragen.

4.3 Winkel

Die Winkel (ca. 90° ) werden ebenfalls in normaler Gangart gebildet, wobei zu beachten ist, dass

eine fortlaufende Sucharbeit in den nächsten Schenkel für den Hund möglich sein muss. Ein

Fährtenabriss darf nicht erfolgen.

4.4 Ablegen der Gegenstände

Die Gegenstände sind aus der Bewegung auf die Fährte zu legen. Nach Ablegen des letzten

Gegenstandes am Ende der Fährte hat der FL noch einige Schritte in gerader Richtung zu gehen,

ohne die eigene Gangart zu unterbrechen.

Stufe 1: Der erste Gegenstand ist nach mindestens 100 Schritten auf dem 1. oder 2. Schenkel,

der zweite Gegenstand am Ende der Fährte abzulegen.

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Stufe 2: Der erste Gegenstand ist nach mindestens 100 Schritten auf dem 1. oder 2. Schenkel,

der zweite Gegenstand am Ende der Fährte abzulegen.

Stufe 3: Der erste Gegenstand ist nach mindestens 100 Schritten auf dem 1. oder 2. Schenkel

abzulegen. Der 2. Gegenstand wird auf Anweisung des Leistungsrichters, der 3.

Gegenstand am Ende der Fährte abgelegt.

5. Möglichkeiten der Fährtenausarbeitung

Der Hund kann frei oder an einer 10 m langen Leine suchen. Die mindestens 10 m lange

Fährtenleine darf über den Rücken, seitlich oder zwischen den Vorder- und/oder Hinterläufen

geführt werden. Sie kann entweder direkt am nicht auf Zug eingestellten Halsband oder an der

Anbindevorrichtung des Suchgeschirres (erlaubt sind Brustgeschirr oder Böttgergeschirr, ohne

zusätzliche Riemen) befestigt sein. Das Befestigen der Leine ist bei den Suchgeschirren an der dafür

vorgesehenen Vorrichtung vorzunehmen, ohne Verbindung zum Halsband (ausgenommen Böttger-

Suchgeschirr). Beim Böttger-Suchgeschirr hat der Leistungsrichter darauf zu achten, dass die

Brustschnallung nicht im Bereich der Weichteile des Hundes angebracht ist.

Das Anbringen von zusätzlichen Riemen ist nicht gestattet.

Die Fährtenleine muss mindestens 10 m lang sein. Eine Überprüfung der Leinenlänge, des

Halsbandes und des Suchgeschirrs durch den Leistungsrichter kann vor Beginn der Prüfung

erfolgen. Rollleinen sind nicht zulässig.

In der Freisuche muss der Abstand von mind. 10 m zwischen Hundeführer und Hund eingehalten

werden.

6. Hörzeichen

Ein Hörzeichen für Suchen = „Such“

Das Hörzeichen Such“ ist nur bei Fährtenbeginn und beim Wiederansetzen am Gegenstand oder

nach einem „Falschverweisen“ erlaubt.

7. Ausarbeitung und Beurteilung der Fährtenarbeit

Der Hundeführer bereitet seinen Hund zur Fährte vor.

Nach Aufruf meldet sich der Hundeführer mit seinem suchbereiten Hund und ausgelegter

Fährtenleine in Grundstellung beim Leistungsrichter und gibt an, ob sein Hund die Gegenstände

aufnimmt oder verweist.

Vor der Fährte, während des Ansetzens und der gesamten Fährte ist jeglicher Zwang zu unterlassen.

Auf Anweisung des Leistungsrichters wird der Hund langsam und ruhig zur Abgangsstelle geführt

und angesetzt. Ein kurzes Absitzen des Hundes vor dem Ansatzbereich (ca. 2 Meter) ist zugelassen.

7.1 Ansatz

Der Hund ist ruhig an den Ansatz zu führen; jegliche Zwangseinwirkung ist dabei zu unterlassen.

Der Ansatz (auch beim Wiederansetzen nach dem Finden der Gegenstände) muss am Hund

erfolgen. Ein gewisser Spielraum an der Leine muss dem Hundeführer ermöglicht werden.

Der Hund hat am Ansatz intensiv und ruhig die Witterung aufzunehmen. Die Aufnahme der

Witterung hat ohne Hundeführer-Hilfen zu geschehen (außer Hörzeichen „Such“). Der Ansatz ist

nicht zeitabhängig; vielmehr muss sich der Leistungsrichter am Verhalten des Hundes zu Beginn

des ersten Schenkels über die Intensität der erfolgten Witterungsaufnahme orientieren.

Der Hund muss nach erfolgter Witterungsaufnahme seinem Suchverhalten entsprechend das

Ausarbeiten der Fährte beginnen. Hat der Hund die Witterung aufgenommen und folgt dieser, hat

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der Hundeführer am Ansatz so lange zu verweilen, bis das Ende der Leine oder die erforderliche

Distanz von 10 m erreicht ist. Ein vorzeitiges Mitgehen des Hundeführers ist fehlerhaft.

Nach dem 3. erfolglosen Versuch eines Ansatzes im direkten Abgangsbereich ist die Fährtenarbeit

abzubrechen.

Ein Neuansatz im weiteren Verlauf der Fährte ist bei keiner Prüfungsstufe erlaubt. Ein Neuansatz

ist jedoch erst dann erfolgt, wenn der Hundeführer seinen Hund bei Fuß nimmt oder am Halsband

bzw. an verkürzter Leine neu ansetzt. Solange der Hundeführer die Suchleine am Ende in seinen

Händen hält und den Hund frei suchen lässt, ist auch dann ein Neuansatz nicht erfolgt, wenn der

Hund den Hundeführer passiert. Das Zurückkommen des Hundes während der Ausarbeitung und

das selbständige Wiederaufnehmen der Fährte sind ebenfalls nicht als Ansatz zu werten.

Entsprechender Punktabzug ist vorzunehmen.

7.2 Suchleistung

Der Hund muss dem Fährtenverlauf intensiv, ausdauernd und in möglichst gleichmäßigem Tempo

(geländeabhängig, Schwierigkeitsgrad) folgen. Der Hundeführer folgt seinem Hund in 10 m

Entfernung am Ende der Fährtenleine. Bei Freisuche ist ebenfalls der Abstand von 10 m

einzuhalten. Die Fährtenleine darf, wenn sie vom Hundeführer nicht aus der Hand gelassen wird,

durchhängen, jedoch darf keine gravierende Verkürzung der geforderten Distanz zum Hund

entstehen. Bodenberührung ist nicht fehlerhaft.

Der Hundeführer muss nicht zwingend auf der Fährte folgen

Eine zügige oder langsame Suchleistung ist dann kein Kriterium bei der Bewertung, wenn die

Fährte gleichmäßig und überzeugend ausgearbeitet wird.

7.3 Winkel

Die Winkel sind sicher auszuarbeiten. Ein Überzeugen, ohne die Fährte zu verlassen, ist nicht

fehlerhaft. Kreisen am Winkel ist fehlerhaft. Nach dem Ausarbeiten der Winkel hat der Hund im

gleichen Tempo weiterzuarbeiten.

Im Winkelbereich soll der Hundeführer nach Möglichkeit den vorgeschriebenen Abstand einhalten.

7.4 Verweisen und Aufnehmen der Gegenstände

Sobald der Hund einen Gegenstand gefunden hat, muss er ihn ohne Einwirkung des Hundeführers

sofort aufnehmen oder direkt überzeugend verweisen. Er kann beim Aufnehmen stehen bleiben,

sich setzen oder auch zum Hundeführer kommen. Weitergehen mit dem Gegenstand oder

Aufnehmen im Liegen sind fehlerhaft. Das Verweisen der Gegenstände hat überzeugend, in Suchrichtung

und unmittelbar am Gegenstand zu erfolgen.

Leicht schräges Legen zum Gegenstand ist nicht, seitliches Ablegen am Gegenstand oder starkes

Drehen in Richtung Hundeführer ist fehlerhaft. Gegenstände, die mit starker Hilfe des Hundeführers

gefunden werden, gelten als überlaufen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn ein Hund einen

Gegenstand nicht anzeigt und durch Einwirkung des Hundeführers mittels Leine oder Hörzeichen