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Magendrehung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Dieser Artikel beschreibt die krankhafte Verlagerung des Magens. Für die während der Magenentstehung beim Embryo auftretenden „Magendrehungen“ siehe Magen

Die Magendrehung (Torsio ventriculi) ist eine gefürchtete Krankheit bei großen Hunderassen, die ohne rasche chirurgische Versorgung zum Tode des Tieres führt.

 

Ätiologie

Die Magendrehung besteht im medizinischen Sinne aus einer Verdrehung (Torsio), die zu einem Verschluss (Obstruktion) des Magenausganges und darauf folgend zu einer Aufgasung bzw. Erweiterung (Dilatation) des Magens führt.

Der Magen (Gaster oder Ventriculus) schließt sich an die Speiseröhre (Oesophagus) an und mündet im Zwölffingerdarm (Duodenum). Anatomisch vereinfacht stellt er sich somit wie ein größerer Gegenstand dar, der auf eine Schnur aufgezogen ist und frei beweglich pendeln kann.

Klassisch bei der Erhebung des Krankheitsgeschehens ist eine vorausgegangene, ausgiebige Fütterung und unmittelbar anschließendes, unkontrolliertes Herumtollen des Hundes. Im entsprechenden Fall kommt es aufgrund des stark gefüllten Magens und seiner vermehrten Pendelbewegung durch die Bewegung des Tieres zu einem seitlichen Überschlag (ähnlich einer Schaukel) und damit zu einer Drehung des Magens um seine Achse. Als Folge dessen ist sowohl der Mageneingang, als auch der Magenausgang (Pylorus) abgeschnürt. Die durch die im Magen ablaufenden chemischen Zersetzungsprozesse frei werdenden Gärungsgase können weder rektal noch oral entweichen und führen zu einer Aufgasung (Tympanie). Mit zunehmender Aufgasung komprimiert der Magen sowohl Blutgefäße (vor allem die Pfortader), als auch Nervenstränge und das Zwerchfell. Diese zunehmende Minderversorgung mit Blut führt zu einem raschen Sauerstoffmangel aller Organe und mündet innerhalb von Stunden zu Kreislaufschock und anschließendem Tod.

In einigen Fällen kommt es auch erst primär zu einer vermehrten Aufgasung und dann durch diese zu einer Verlagerung mit oder ohne Verdrehung. Der weitere Verlauf erfolgt dann wie oben beschrieben.

Klinische Symptome

Typisches Symptom ist das ca. ein bis zwei Stunden nach der letzten Fütterung beginnende Aufblähen des Bauches. Die Tiere sind unruhig und sitzen viel. Teilweise versuchen sie zu erbrechen. Fortschreitend kommt es sehr schnell zu einem immer größer werdenden, trommelartigen Bauchumfang. Es setzt eine zunehmende Teilnahmslosigkeit ein, die in eine Schocksymptomatik übergeht.

Diagnostik

Röntgenaufnahme des gedrehten Magens bei einem Boxer, ca. 45 Minuten nach der letzten Futteraufnahme. Die durchgehende Linie markiert die Magenwand, die durch Pfeile markierte scheinbare Zweiteilung des Organs (Kompartmentbildung).
Röntgenaufnahme des gedrehten Magens bei einem Boxer, ca. 45 Minuten nach der letzten Futteraufnahme. Die durchgehende Linie markiert die Magenwand, die durch Pfeile markierte scheinbare Zweiteilung des Organs (Kompartmentbildung).

Eine zuverlässige Diagnose ist mit einer rechts anliegenden Röntgenaufnahme zu stellen. Dabei zeigt sich infolge der Aufgasung und Verlagerung der Erweiterung des Magenausgangs (Antrum pyloricum) – die der überwiegenden Zahl der Fälle nach rechts, oben und vorn erfolgt – eine von vorn-unten nach hinten-oben verlaufende Falte. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „Kompartmentbildung“ und verleiht dem Magen ein „zipfelmützenartiges“ Aussehen. Im englischen Sprachraum wird dies als „double bubble“ („Doppelblase“) bezeichnet. Beim Vorliegen einer Kompartmentbildung kann eine Magendrehung bereits sicher von einer einfachen Magenüberladung angegrenzt werden. Bei der – allerdings sehr seltenen – Drehung gegen den Uhrzeigersinn ist sie jedoch nicht zu beobachten. Bei einer linksanliegenden Röntgenaufnahme ist die Kompartmentbildung generell nicht nachzuweisen. Bei rückenseitiger Lagerung stellt sich das – normalerweise rechts liegende – Antrum pyloricum links der Mittellinie dar. Weitere Kriterien sind eine Verlagerung des Darmes und der Milz nach hinten, sowie die in manchen Fällen auftretende Verjüngung der hinteren Hohlvene (Vena cava caudalis) am Zwerchfelldurchtritt infolge eines Schocks. Bei schweren und länger bestehenden Magendrehungen, die bereits zu einem Absterben der Magenwand geführt haben, kann sich Gas in der Magenwand (Emphysem) darstellen, dann ist die Heilungsaussicht bereits schlecht.[1]

Behandlung

Die einzige Behandlungsmöglichkeit besteht in einer operativen Retorsion, das heißt eine Rückverlagerung des Magens in seine normale Lage. Hierbei wird zunächst der Magen entgast, der Mageninhalt entfernt und dann die Verdrehung des Organs rückgängig gemacht. Abschließend wird der Magen im Bauchraum fixiert, um eine neuerliche Torsion zu verhindern. Für diese auch als Gastropexie bezeichnete Fixierung wird der Magen mit der Bauchwand im Bereich der Rippen, der seitlichen Bauchmuskulatur oder der Linea alba vernäht, kann jedoch auch am Dickdarm befestigt werden.

Prognose

Vielfältige Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass die Therapieergebnisse vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginnes abhängen. Bei Operationsbeginn bis sechs Stunden nach erfolgter Drehung bestehen günstige Aussichten in Bezug auf eine Heilung und das Überleben des Patienten. Danach sinkt die Überlebensquote deutlich.

Vorbeugung

Eine gewisse Vorbeugung kann durch den Hundebesitzer selbst erfolgen. Große Hunde sollten nicht mit einer einzigen Fütterung pro Tag ernährt werden, sondern die Nahrungsmenge sollte auf mehrere Portionen verteilt werden. Zudem sollte der Hund nicht unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme zum Herumtoben animiert werden und mit Spaziergängen ein bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme gewartet werden. Gefördert wird die Magendrehung auch durch gärendes Futter, das dem Magen Auftrieb verleiht. Ebenfalls vorbeugend sollen hoch angebrachte Futterschüsseln wirken, wobei die Effektivität dieser Maßnahme nicht belegt ist.

Literatur

Einzelnachweise
  1. Sandra Klein: Torsio ventriculi. In: kleintier konkret 10 (2007), Heft 2, S. 5–13.

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